Die Erde dreht sich von Westen nach Osten. Vom Nordpol aus betrachtet rotiert sie gegen den Uhrzeigersinn. Genau deshalb scheint es für uns auf der Erde so, als würde die Sonne im Osten aufgehen und im Westen untergehen.
Ein kompletter Drehtag der Erde dauert etwa 24 Stunden. Durch diese Rotation entstehen Tag und Nacht: Die Seite der Erde, die gerade zur Sonne zeigt, erlebt Tag. Die abgewandte Seite liegt im Dunkeln.
Warum geht die Sonne im Osten auf?
Weil sich die Erde nach Osten dreht, erscheinen Sonne, Mond, Sterne und Planeten für uns scheinbar in die entgegengesetzte Richtung zu wandern. Sie gehen im Osten auf, bewegen sich über den Himmel und gehen im Westen wieder unter.
In Wirklichkeit wandert die Sonne dabei nicht täglich um die Erde. Die scheinbare Bewegung entsteht dadurch, dass sich unser Beobachtungsstandort auf der rotierenden Erde mitdreht.
Vom Nordpol aus gesehen: gegen den Uhrzeigersinn
Schaut man gedanklich von oben auf den Nordpol, dreht sich die Erde gegen den Uhrzeigersinn. Diese Drehrichtung bezeichnet man auch als rechtläufig oder prograd.
Vom Südpol aus betrachtet sieht es genau andersherum aus: Dort würde die Erde im Uhrzeigersinn rotieren. Die Angabe der Drehrichtung hängt also immer davon ab, aus welcher Perspektive man schaut.
Dreht sich die Erde in dieselbe Richtung wie sie um die Sonne läuft?
Ja, die Erde rotiert rechtläufig und bewegt sich auch rechtläufig um die Sonne. Vereinfacht gesagt passen Eigendrehung und Umlaufrichtung also zusammen.
Das ist bei den meisten Planeten im Sonnensystem ähnlich. Es gibt aber auffällige Ausnahmen: Venus dreht sich sehr langsam in entgegengesetzter Richtung, also retrograd. Uranus ist extrem stark gekippt und rotiert dadurch auf ungewöhnliche Weise.
Warum merken wir die Erdrotation nicht?
Die Erde dreht sich am Äquator mit mehr als 1.600 Kilometern pro Stunde. Trotzdem spüren wir diese Bewegung nicht direkt, weil Atmosphäre, Ozeane, Landschaften und wir selbst gemeinsam mit der Erde rotieren.
Ähnlich ist es in einem gleichmäßig fahrenden Zug: Solange sich die Bewegung nicht plötzlich ändert, merkt man die Geschwindigkeit kaum. Erst Beschleunigung, Bremsen oder Richtungswechsel fallen deutlich auf.
Wie wirkt sich die Erdrotation auf den Himmel aus?
Die Erdrotation bestimmt, wie wir den Himmel erleben. Sterne scheinen im Laufe der Nacht über den Himmel zu wandern. In Wirklichkeit dreht sich die Erde unter dem Sternenhimmel hinweg.
Auf der Nordhalbkugel scheint sich der Sternenhimmel um den Polarstern zu drehen. Deshalb ist der Polarstern für die Orientierung so bekannt: Er steht ungefähr in Richtung der Erdachse und verändert seine Position am Himmel nur wenig.
Was hat die Erdrotation mit Teleskopbeobachtung zu tun?
Wer mit einem Teleskop beobachtet, merkt die Erdrotation sehr deutlich. Mond, Planeten und Sterne wandern langsam aus dem Gesichtsfeld heraus. Je stärker die Vergrößerung ist, desto schneller scheint das Objekt aus dem Bild zu laufen.
Bei einfachen Teleskopen führt man deshalb von Hand nach. Bei parallaktischen Montierungen oder GoTo-Systemen kann die Bewegung des Himmels einfacher ausgeglichen werden. Das ist besonders bei längeren Beobachtungen oder bei der Astrofotografie wichtig.
Wenn du selbst mit der Himmelsbeobachtung starten möchtest, findest du hier passende Übersichten:
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- Spiegelteleskope für Mond, Planeten und Deep-Sky
Warum ist die Erdrotation für Tag, Nacht und Zeit so wichtig?
Die Rotation der Erde ist die Grundlage für unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Ein Sonnentag dauert im Alltag etwa 24 Stunden. Diese Zeit nutzen wir für Uhren, Kalender und die Einteilung des Tages.
Astronomisch gibt es dabei feine Unterschiede, zum Beispiel zwischen Sonnentag und Sterntag. Für die einfache Erklärung reicht aber: Die Erde dreht sich einmal um ihre Achse, und dadurch erleben wir Tag und Nacht.
Kurz zusammengefasst
- Die Erde dreht sich von Westen nach Osten.
- Vom Nordpol aus gesehen rotiert sie gegen den Uhrzeigersinn.
- Durch diese Drehrichtung geht die Sonne scheinbar im Osten auf und im Westen unter.
- Die Rotation der Erde verursacht Tag und Nacht.
- Venus und Uranus sind besondere Ausnahmen bei der Planetendrehung.
- Beim Beobachten mit dem Teleskop merkt man die Erdrotation daran, dass Himmelsobjekte langsam aus dem Gesichtsfeld wandern.
