Merkur ist der kleinste Planet unseres Sonnensystems und der Sonne am nächsten. Er umrundet die Sonne in nur 88 Tagen und ist deshalb der schnellste Planet auf seiner Bahn.

Obwohl Merkur der sonnennächste Planet ist, ist er nicht der heißeste Planet. Diesen Rekord hält die Venus, weil sie eine extrem dichte Atmosphäre besitzt. Merkur hat dagegen nur eine sehr dünne Exosphäre. Deshalb schwanken die Temperaturen auf seiner Oberfläche besonders stark.

Merkur gehört wie Venus, Erde und Mars zu den inneren Gesteinsplaneten. Seine kraterreiche Oberfläche erinnert auf den ersten Blick stark an den Mond.

Merkur im Überblick

  • Planetentyp: Gesteinsplanet
  • Position: sonnennächster Planet
  • Durchmesser: rund 4.879 Kilometer
  • Mittlere Entfernung zur Sonne: rund 58 Millionen Kilometer
  • Umlaufzeit um die Sonne: rund 88 Erdentage
  • Rotationsdauer: rund 59 Erdentage
  • Sonnentag auf Merkur: rund 176 Erdentage
  • Monde: keine
  • Ringe: keine

Warum heißt der Planet Merkur?

Merkur ist nach dem römischen Gott Mercurius benannt. In der griechischen Mythologie entspricht ihm Hermes, der schnelle Götterbote.

Der Name passt gut, denn Merkur bewegt sich besonders schnell am Himmel. Von allen Planeten unseres Sonnensystems benötigt er die kürzeste Zeit für einen Umlauf um die Sonne.

Wie groß ist Merkur?

Merkur hat einen Durchmesser von rund 4.879 Kilometern. Damit ist er der kleinste der acht offiziellen Planeten.

Zum Vergleich: Die Erde hat am Äquator einen Durchmesser von etwa 12.756 Kilometern. Merkur erreicht also nur etwas mehr als ein Drittel des Erddurchmessers.

Er ist sogar nur wenig größer als der Erdmond. Trotzdem ist Merkur ein echter Planet, weil er die Sonne umkreist, annähernd rund ist und seine Umlaufbahn dominiert.

Wie weit ist Merkur von der Sonne entfernt?

Merkur ist im Mittel etwa 58 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Das entspricht rund 0,39 Astronomischen Einheiten.

Seine Bahn ist deutlich elliptischer als die Bahn der Erde. Dadurch schwankt seine Entfernung zur Sonne stärker. Am sonnennächsten Punkt ist Merkur etwa 46 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, am sonnenfernsten Punkt etwa 70 Millionen Kilometer.

Diese Nähe zur Sonne macht Merkur schwer zu beobachten und technisch schwierig zu erforschen.

Wie lange dauert ein Jahr auf Merkur?

Ein Jahr auf Merkur dauert nur rund 88 Erdentage. So lange braucht der Planet für einen vollständigen Umlauf um die Sonne.

Damit ist Merkur der schnellste Planet des Sonnensystems. Während die Erde ein Jahr für ihren Sonnenumlauf benötigt, schafft Merkur in dieser Zeit mehr als vier Umläufe.

Wie lange dauert ein Tag auf Merkur?

Merkur dreht sich langsam um seine eigene Achse. Eine vollständige Rotation gegenüber den Sternen dauert rund 59 Erdentage.

Ein Sonnentag auf Merkur ist aber deutlich länger. Von einem Sonnenaufgang bis zum nächsten vergehen etwa 176 Erdentage.

Das liegt an der besonderen Kombination aus langsamer Rotation und schneller Umlaufbahn. Auf Merkur dauert ein Sonnentag also ungefähr zwei Merkurjahre.

Hat Merkur Jahreszeiten?

Merkur besitzt fast keine Achsneigung. Seine Rotationsachse steht nahezu senkrecht zu seiner Umlaufbahn.

Deshalb gibt es auf Merkur keine Jahreszeiten wie auf der Erde. Die Temperaturunterschiede entstehen vor allem durch den Wechsel zwischen Tag und Nacht sowie durch die stark elliptische Umlaufbahn.

In bestimmten Polkratern kann die Sonne nie direkt hineinscheinen. Dort können dauerhaft extrem kalte Bereiche existieren.

Wie heiß ist es auf Merkur?

Auf Merkur gibt es extreme Temperaturschwankungen. Auf der Tagseite kann es bis etwa 430 Grad Celsius heiß werden.

Auf der Nachtseite kann die Temperatur dagegen auf etwa -180 Grad Celsius fallen.

Der Grund ist die fehlende dichte Atmosphäre. Merkur kann Wärme kaum speichern und verteilen. Die Tagseite wird stark aufgeheizt, während die Nachtseite extrem auskühlt.

Warum ist Merkur nicht der heißeste Planet?

Obwohl Merkur der Sonne am nächsten ist, ist Venus heißer. Das liegt an der dichten Atmosphäre der Venus.

Die Venus besitzt einen extrem starken Treibhauseffekt. Ihre Atmosphäre speichert Wärme sehr effektiv.

Merkur hat dagegen keine richtige Atmosphäre, sondern nur eine sehr dünne Exosphäre. Deshalb verliert seine Nachtseite die Wärme schnell wieder ins All.

Hat Merkur eine Atmosphäre?

Merkur besitzt keine Atmosphäre wie die Erde oder Venus. Er hat nur eine extrem dünne Exosphäre.

Diese Exosphäre besteht aus einzelnen Teilchen, die unter anderem durch Sonnenwind, Einschläge und Prozesse an der Oberfläche freigesetzt werden.

Sie ist viel zu dünn, um Wetter, Wolken, Wind oder einen wirksamen Wärmeschutz zu erzeugen.

Wie sieht die Oberfläche des Merkur aus?

Die Oberfläche des Merkur ist stark von Kratern geprägt. Sie erinnert dadurch an den Erdmond.

Da Merkur keine dichte Atmosphäre besitzt, werden einschlagende Meteoroiden kaum abgebremst. Sie treffen nahezu ungehindert auf die Oberfläche und hinterlassen Krater.

Neben Kratern gibt es weite Ebenen, alte Einschlagsbecken und lange Steilstufen. Diese Steilstufen entstanden vermutlich, als der Planet im Laufe seiner Abkühlung leicht schrumpfte.

Was ist das Caloris-Becken?

Das Caloris-Becken ist eine der auffälligsten Strukturen auf Merkur. Es handelt sich um ein riesiges Einschlagsbecken mit einem Durchmesser von etwa 1.500 Kilometern.

Ein Einschlag dieser Größe muss enorme Energiemengen freigesetzt haben. Die Folgen waren nicht nur im Einschlagsgebiet sichtbar, sondern beeinflussten wahrscheinlich auch andere Bereiche des Planeten.

Solche großen Becken helfen Forschenden zu verstehen, wie stark die inneren Planeten in der Frühzeit des Sonnensystems von Einschlägen geprägt wurden.

Woraus besteht Merkur?

Merkur besitzt einen ungewöhnlich großen metallischen Kern. Er nimmt einen sehr großen Teil des Planeteninneren ein.

Darüber liegen Mantel und Kruste aus Gestein. Der hohe Anteil an Eisen und Nickel macht Merkur trotz seiner kleinen Größe sehr dicht.

Warum Merkur einen so großen Kern besitzt, ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise verlor er in der Frühzeit des Sonnensystems einen Teil seiner äußeren Gesteinsschichten, etwa durch große Einschläge oder andere Prozesse.

Hat Merkur ein Magnetfeld?

Ja. Merkur besitzt ein eigenes Magnetfeld, wenn auch ein viel schwächeres als die Erde.

Das ist bemerkenswert, weil Merkur sehr klein ist und sich langsam dreht. Ein Magnetfeld deutet darauf hin, dass im Inneren noch bewegliches, elektrisch leitfähiges Material vorhanden ist.

Das Magnetfeld schützt Merkur nur begrenzt vor dem Sonnenwind. Die Nähe zur Sonne macht die Umgebung des Planeten besonders dynamisch.

Gibt es Eis auf Merkur?

Ja, es gibt starke Hinweise auf Wassereis in dauerhaft schattigen Kratern nahe den Polen.

Das klingt zunächst überraschend, weil Merkur tagsüber extrem heiß werden kann. In tiefen Polkratern, die nie direkt von Sonnenlicht erreicht werden, bleiben die Temperaturen jedoch dauerhaft sehr niedrig.

Dort kann sich Eis über lange Zeit halten. Es könnte durch Kometen, Asteroiden oder andere Einschlagskörper auf den Merkur gelangt sein.

Hat Merkur Monde?

Nein. Merkur hat keine Monde und auch keine Ringe.

Das gilt auch für Venus. Alle anderen Planeten des Sonnensystems besitzen mindestens einen natürlichen Begleiter.

Merkurs Nähe zur Sonne und seine geringe Größe machen stabile Mondbahnen schwierig.

Kann man Merkur beobachten?

Merkur ist mit bloßem Auge sichtbar, aber nicht leicht zu finden. Er steht von der Erde aus gesehen immer nahe bei der Sonne.

Deshalb sieht man ihn nur in bestimmten Zeiten kurz nach Sonnenuntergang tief am Westhimmel oder kurz vor Sonnenaufgang tief am Osthimmel.

Für die Beobachtung ist ein freier Horizont wichtig. Außerdem sollte man niemals mit Fernglas oder Teleskop in Richtung Sonne schauen, solange diese noch über dem Horizont steht.

Was ist ein Merkurtransit?

Ein Merkurtransit entsteht, wenn Merkur von der Erde aus gesehen direkt vor der Sonnenscheibe vorbeizieht.

Dabei erscheint Merkur als winziger dunkler Punkt vor der Sonne. Solche Ereignisse sind selten und nur mit geeigneter Sonnenfilterung sicher beobachtbar.

Eine Beobachtung der Sonne ohne geeigneten Schutz ist gefährlich. Mehr zur sicheren Sonnenbeobachtung findest du im Zusammenhang mit Sonnenfinsternissen und Sonnenteleskopen.

Warum war Merkur für die Astronomie so wichtig?

Merkurs Umlaufbahn bereitete Astronomen lange Zeit Kopfzerbrechen. Seine Bahn zeigt eine kleine Abweichung, die sich mit der klassischen Himmelsmechanik nicht vollständig erklären ließ.

Früher vermutete man sogar einen noch sonnennäheren Planeten, der diese Abweichung verursachen könnte. Dieser hypothetische Planet wurde „Vulkan“ genannt.

Erst Albert Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie konnte die beobachtete Bahnabweichung des Merkur korrekt erklären. Merkur wurde dadurch zu einem wichtigen Testfall für moderne Physik.

Welche Raumsonden erforschten Merkur?

Merkur ist schwer zu erreichen, weil er tief im Schwerefeld der Sonne liegt. Raumsonden müssen ihre Bahn sehr genau anpassen und viel Energie abbauen, um in die Nähe des Planeten zu gelangen.

Die erste erfolgreiche Merkurmission war Mariner 10. Die Sonde flog 1974 und 1975 mehrfach am Merkur vorbei und lieferte erste Nahaufnahmen.

Später untersuchte die NASA-Sonde MESSENGER den Planeten. Sie trat 2011 in eine Umlaufbahn um Merkur ein und lieferte bis 2015 umfangreiche Daten über Oberfläche, Magnetfeld, Schwerefeld und Zusammensetzung.

BepiColombo: Die aktuelle Merkurmission

BepiColombo ist eine gemeinsame Mission der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA.

Die Mission wurde 2018 gestartet und ist auf dem Weg zum Merkur. Sie nutzt mehrere Vorbeiflüge, um ihre Bahn anzupassen und Geschwindigkeit abzubauen.

Nach der Ankunft am Merkur sollen zwei Orbiter den Planeten und seine Umgebung genauer untersuchen: der Mercury Planetary Orbiter und der Mercury Magnetospheric Orbiter, auch Mio genannt.

Warum ist Merkur so interessant?

Merkur wirkt auf den ersten Blick wie ein kleiner, grauer Kraterplanet. Wissenschaftlich ist er aber sehr spannend.

Sein großer Metallkern, sein schwaches Magnetfeld, seine extreme Nähe zur Sonne, seine dünne Exosphäre und die Hinweise auf Eis in Polkratern machen ihn zu einem wichtigen Forschungsobjekt.

Wer Merkur versteht, versteht auch mehr über die Entstehung der inneren Gesteinsplaneten und die Frühgeschichte des Sonnensystems.

Häufige Fragen zu Merkur

Ist Merkur der kleinste Planet?

Ja. Merkur ist der kleinste der acht offiziellen Planeten unseres Sonnensystems.

Ist Merkur der Sonne am nächsten?

Ja. Merkur ist der sonnennächste Planet.

Wie lange dauert ein Jahr auf Merkur?

Ein Jahr auf Merkur dauert rund 88 Erdentage.

Wie heiß ist es auf Merkur?

Auf der Tagseite kann es bis etwa 430 Grad Celsius heiß werden. Auf der Nachtseite kann es auf etwa -180 Grad Celsius abkühlen.

Hat Merkur einen Mond?

Nein. Merkur hat keinen Mond und keine Ringe.

Kann man Merkur mit bloßem Auge sehen?

Ja, aber nur unter günstigen Bedingungen in der Dämmerung. Er steht von der Erde aus gesehen immer nahe bei der Sonne.

Kurz zusammengefasst

  • Merkur ist der kleinste Planet des Sonnensystems.
  • Er ist der Sonne am nächsten.
  • Ein Merkurjahr dauert nur rund 88 Erdentage.
  • Ein Sonnentag auf Merkur dauert etwa 176 Erdentage.
  • Merkur hat keine Monde und keine Ringe.
  • Seine Oberfläche ist stark von Kratern geprägt.
  • Er besitzt einen ungewöhnlich großen metallischen Kern.
  • In dauerhaft schattigen Polkratern gibt es Hinweise auf Wassereis.

Weiterlesen