Wega ist ein Stern, welcher im Sternbild Leier zu finden und etwa 25 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie ist neben der Sonne einer der am besten untersuchten Sterne und deutlich leuchtkräftiger als das Zentralgestirn des Sonnensystems. Wega war 1850 der erste Stern, welcher auf einer Fotografie festgehalten wurde.

Astronomische Eckdaten

  • Sternbild: Leier
  • Alter: Zwischen 386 und 572 Millionen Jahre
  • Entfernung zur Erde: 25,05 Lichtjahre
  • Spektralklasse: A0 V
  • Größenklasse: 0,03 mag
  • Leuchtkraft: 37 +- 3 * Sonne
  • Masse: 2,2 +- 0,1 * Sonne
  • Durchmesser: 2,73 +- 0,01 * Sonne

Physikalische und chemische Eigenschaften

Wega ist anders aufgebaut als die Sonne unseres Sonnensystems. Er ist arm an Metallen und fusioniert wie andere Hauptreihensterne Wasserstoff zu Helium.

Chemische Zusammensetzung

Der Anteil der Metalle, wobei darunter alle Elemente zu verstehen sind, deren Ordnungszahl höher als die des Heliums ist, in der Wega ist vergleichsweise gering. In der Photosphäre liegt der Wert nur etwa bei einem Drittel der Sonne. Insgesamt besteht der Stern zu 0,54 % aus solchen Metallen. Damit gehört er zu den seltenen Lambda-Bootis-Sternen. Hintergrund ist wahrscheinlich, dass bereits bei der Entstehung aus Staub und/oder Gas nur geringe Anteile dieser chemischen Verbindungen vorhanden waren. Andere Sterne, die eine vergleichbare Metallizität aufweisen, sind bedeutend älter und werden den Hauptteil bereits verloren haben. Dies geschieht meist am Lebensende eines Sternes, was bei Wega bei weitem noch nicht erreicht ist.

Rotation

Wega rotiert mit 274 km/s extrem schnell um die eigene Achse. Beobachtungen und Berechnungen haben ergeben, dass sie damit nahe an der Maximalgeschwindigkeit liegt, über der die Wega durch die eigenen Kräfte zerrissen werden würde. Aufgrund der Geschwindigkeit handelt es sich bei Wega nicht um eine Kugel, sondern es gibt eine deutlich sichtbare Ausbauchung. Der Äquator ist also deutlich weiter vom Mittelpunkt des Sterns entfernt als die Pole. In der Photosphäre ist die Temperatur an den Polen daher mit 10.000 K um etwa 2.400 K höher als am Äquator. Insgesamt benötigt Wega 12,5 Stunden, um einmal komplett zu rotieren.

Aussehen

Die Wega erscheint in einer bläulich-weißen Farbe und besitzt etwa die 37-fache Leuchtkraft der Sonne. Es wird angenommen, dass sich diese periodisch ändert. Das sichtbare Spektrum wird durch Absorptionslinien des Wasserstoffs bestimmt, während andere kaum vorhanden sind. Die von Magnesium, Eisen und Chrom sind nur in geringem Umfang zu erkennen. Wie bereits erwähnt ist der Stern deutlich abgeflacht. Der West-Ost-Durchmesser ist deutlich höher als der Nord-Süd-Durchmesser. Die Konvektionszone ist im Kern angesiedelt und geht nach außen in eine Strahlungszone über, was bei der Sonne andersrum angeordnet ist. Eine Korona ist so gut wie nicht zu erkennen, wodurch kaum Röntgenstrahlung vorhanden ist.

Fusion im Inneren

Im Inneren von Wega wird Wasserstoff zu Helium fusioniert. Durch die hohe Temperatur von über 16 Millionen K passiert dies zusammen mit Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff mittels des Bethe-Weizsäcker-Zyklus. Aufgrund der Größe des Sterns werden die benötigten Elemente relativ schnell verbraucht werden, womit die Wega bei weitem nicht so alt werden wird wie die Sonne. Das Höchstalter wird auf eine Milliarde Jahre geschätzt.

Ende des Sterns

Zu seinem Lebensende wird Wega die Fusion im Kern einstellen, da es nicht mehr genug Elemente hierfür gibt. Sie wird sich in der Hülle fortsetzen und der Stern wird sich deshalb zu einem Roten Riesen aufblähen. Im Inneren wird das Helium aufgrund der dadurch gestiegenen Temperatur zu Kohlenstoff weiter fusioniert. Aufgrund der Größe und Masse wird sie letztlich die Hülle abstoßen und nur noch der Kern als Weißer Zwerg übrig bleiben. Eine mögliche Umwandlung in einen Neutronenstern gilt als ausgeschlossen.

Bewegung der Wega

Wega hat den selben Ursprung wie die Sterne Castor, Fomalhaut, Alderamin und Zuben-el-dschenubi und bewegt sich damit im selben Rahmen wie diese. Der Stern kommt auf die Sonne und damit die Erde zu, womit der aktuell fünfhellste Stern in etwa 210.000 Jahren als der hellste Stern am nächtlichen Himmel erscheinen wird. Das wird für 270.000 Jahre so bleiben. Die maximal scheinbare Helligkeit wird auf bis zu −0,81 mag ansteigen.

Mögliches Planetensystem

Aktuell gibt es keine eindeutigen Hinweise darauf, dass um Wega Planeten kreisen. Beobachtungen konnten bisher nur eine Staubschicht auf Höhe des Äquators nachweisen, die eine Ausdehnung von 80 Astronomischen Einheiten (AE) besitzt. Als Quelle für diese zahlreichen Moleküle kommen Zusammenstöße kleinerer Objekte in Betracht, die dadurch komplett oder zumindest teilweise zerstört wurden und immer weiter zerfielen. Einige Wissenschaftler halten die Kollision zweier Planeten ebenfalls für möglich. Durch die zahlreichen Kleinstteile mit einem Durchmesser von etwa 1 mm wird eine erhöhte Infrarotstrahlung abgegeben.

Das Wega über ein eigenes Planetensystem verfügt, kann aktuell allerdings nicht komplett ausgeschlossen werden. Da Wega aktuell sehr jung ist, ist es hingegen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auszuschließen, dass sich Leben auf einem möglichen Planeten gebildet hat. Da Wega aufgrund seiner Eigenschaft relativ früh sterben wird, gilt dies für die Zukunft ebenso.

Auffinden am Abendhimmel

Wega ist im Sommer und Herbst zu sehen. Das Sternbild Leier besteht aus vier weiteren Sternen, die ein Parallelogramm ergeben. Im Umkreis ist Wega der am hellsten leuchtende Stern und generell der hellste Stern des Nordhimmels. Der Stern gehört zusammen mit den Sternen Altair im Sternbild Adler und Deneb im Sternbild Schwan zum sogenannten Sommerdreieck. Aufgrund der Helligkeit und der relativ geringen Entfernung zur Erde sind sie am nördlichen Sternenhimmel sehr markant und für Hobbyastronomen gut zu finden. Selbst bei stärkerer Lichtverschmutzung sind sie noch zu sehen.

Wega in der Kunst

Einer der bekanntesten Romane über Wega ist der 1997 verfilmte Titel „Contact“, bei dem ein Signal mit einer Bauanleitung für eine Maschine aus Richtung des Sterns gesendet wurde. Wer diese Maschine benutzt, wird vermutlich auf einem zum Wega-System gehörenden Planeten geschickt, was für außenstehende Personen aber nicht erkennbar ist. Vor allem in der osteuropäischen Literatur wird Wega oft erwähnt. Einerseits gilt er dort als Ursprung außerirdischen Lebens, andererseits zieht es viele Raumfahrer dort hin.

Der deutsche Titel der 1967/68 produzierten, us-amerikanischen Science-Fiction-Serie „The Invaders“ lautet „Invasion von der Wega“. Im Gegensatz zur Originalvertonung wird als Ursprung von UFOs „ein Planet von Wega“ vermutet.

In einer häufig aufgeführten Liebesgeschichte aus China wird Wega als „Stern der Weberin“ bezeichnet. Sie ist durch den „Himmelsfluss“ (Milchstraße) von ihrem Geliebten, dem Kuhhirten, getrennt. Der Kuhhirte wird dabei durch den Stern Altair symbolisiert.