Das Hubble-Weltraumteleskop gehört zu den bekanntesten wissenschaftlichen Instrumenten der modernen Astronomie. Seit 1990 beobachtet es das Weltall aus einer Umlaufbahn um die Erde und liefert Bilder sowie Messdaten, die unser Verständnis des Universums stark verändert haben.
Hubble wird häufig kurz HST genannt. Die Abkürzung steht für Hubble Space Telescope. Benannt ist das Teleskop nach dem Astronomen Edwin Hubble, der entscheidend zur Erforschung ferner Galaxien und der Expansion des Universums beitrug.
Das Besondere an Hubble ist seine Position oberhalb der störenden Erdatmosphäre. Dadurch kann es sehr scharfe Bilder aufnehmen und auch Wellenlängen beobachten, die vom Erdboden aus nur eingeschränkt erreichbar sind.
Was ist das Hubble-Weltraumteleskop?
Hubble ist ein Weltraumteleskop der NASA und ESA. Es umkreist die Erde in mehreren Hundert Kilometern Höhe und beobachtet Sterne, Nebel, Galaxien, Planeten, Kometen und viele andere Objekte im Weltall.
Anders als ein bodengebundenes Teleskop muss Hubble nicht durch die dichte Erdatmosphäre blicken. Das ist ein großer Vorteil, denn Luftbewegungen verzerren das Licht von Sternen und lassen sie funkeln.
Hubble kann im ultravioletten, sichtbaren und nahen infraroten Bereich beobachten. Dadurch ergänzt es andere Teleskope, etwa bodengebundene Großteleskope oder das James-Webb-Weltraumteleskop.
Warum wurde Hubble ins All gebracht?
Die Idee hinter einem Weltraumteleskop ist einfach: Oberhalb der Atmosphäre ist der Blick ins Universum klarer. Die Atmosphäre schützt uns zwar vor gefährlicher Strahlung und macht Leben auf der Erde möglich, sie stört aber astronomische Beobachtungen.
Viele Wellenlängen werden von der Atmosphäre geschluckt oder abgeschwächt. Außerdem verwirbelt Luft das Licht, sodass Sterne vom Boden aus unscharf erscheinen können.
Ein Teleskop im Weltraum umgeht diese Probleme. Hubble kann deshalb sehr feine Details erkennen und Objekte beobachten, die vom Erdboden aus nur schwer oder gar nicht messbar wären.
Entwicklung und Start von Hubble
Die Idee für ein großes Weltraumteleskop reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Konkret wurde Hubble über viele Jahre von NASA und ESA vorbereitet.
Der Start war ursprünglich früher geplant, verzögerte sich aber durch technische Schwierigkeiten, Kostensteigerungen und die Folgen der Challenger-Katastrophe von 1986.
Am 24. April 1990 wurde Hubble schließlich mit der Raumfähre Discovery ins All gebracht. Einen Tag später wurde das Teleskop ausgesetzt und begann seine Arbeit in der Erdumlaufbahn.
Der Spiegel-Fehler: Hubble war anfangs unscharf
Nach dem Start folgte zunächst eine große Enttäuschung. Die ersten Bilder waren zwar brauchbar, aber nicht so scharf wie erwartet. Schnell stellte sich heraus: Der Hauptspiegel hatte einen winzigen, aber folgenreichen Fehler.
Die Form des Spiegels war minimal falsch geschliffen. Die Abweichung war klein, führte aber zu einer sogenannten sphärischen Aberration. Das Licht wurde dadurch nicht exakt im richtigen Brennpunkt gebündelt.
Vereinfacht gesagt war Hubble im All „kurzsichtig“. Für ein wissenschaftliches Präzisionsinstrument war das ein schweres Problem.
Die Reparatur von Hubble
Der große Vorteil von Hubble war sein wartungsfreundliches Design. Das Teleskop war so gebaut, dass Astronautinnen und Astronauten im All Instrumente austauschen und technische Komponenten reparieren konnten.
1993 fand die erste große Wartungsmission statt. Dabei wurden Korrekturoptiken und neue Instrumente installiert, die den Spiegel-Fehler ausglichen.
Nach dieser Mission lieferte Hubble endlich die gestochen scharfen Bilder, für die es berühmt wurde. Spätere Wartungsmissionen verbesserten das Teleskop weiter und verlängerten seine Lebensdauer erheblich.
Die Technik des Hubble-Teleskops
Das Herzstück von Hubble ist ein Hauptspiegel mit 2,4 Metern Durchmesser. Dieser Spiegel sammelt Licht von fernen Himmelsobjekten und leitet es an die wissenschaftlichen Instrumente weiter.
Hubble ist ein Spiegelteleskop. Das Licht wird über den Hauptspiegel und einen kleineren Sekundärspiegel in den Instrumentenbereich gelenkt.
Dort befinden sich Kameras und Spektrografen. Kameras erzeugen Bilder, während Spektrografen das Licht in seine Bestandteile zerlegen. Daraus lassen sich zum Beispiel chemische Zusammensetzung, Temperatur, Bewegung und Entfernung von Himmelsobjekten ableiten.
Wie groß ist Hubble?
Hubble ist ungefähr so groß wie ein Bus. Das Teleskop ist etwa 13 Meter lang und besitzt zwei große Solarmodule zur Stromversorgung.
Sein Hauptspiegel ist mit 2,4 Metern Durchmesser kleiner als die Spiegel vieler moderner Großteleskope am Boden. Trotzdem war Hubble besonders leistungsfähig, weil es oberhalb der Erdatmosphäre arbeitet.
Die Stärke von Hubble liegt also nicht nur in der Spiegelgröße, sondern vor allem in der Kombination aus Weltraumstandort, präziser Optik und spezialisierten Instrumenten.
Die Wartungsmissionen
Zwischen 1993 und 2009 fanden insgesamt fünf Shuttle-Wartungsmissionen zu Hubble statt. Dabei wurden defekte Bauteile ersetzt, neue Instrumente eingebaut und die Leistungsfähigkeit des Teleskops mehrfach erhöht.
Diese Wartungsmissionen sind ein wichtiger Grund dafür, dass Hubble so lange wissenschaftlich erfolgreich blieb. Viele der bekanntesten Hubble-Aufnahmen entstanden erst nach den späteren Verbesserungen.
Nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms gibt es jedoch keine reguläre Möglichkeit mehr, Hubble wie früher durch Astronauten warten zu lassen.
Was hat Hubble erforscht?
Hubble hat in fast allen Bereichen der Astronomie wichtige Beiträge geleistet. Es beobachtete nahe Objekte im Sonnensystem, Sternentstehungsgebiete, Supernovae, Galaxien, Schwarze Löcher und extrem weit entfernte Objekte im frühen Universum.
Besonders bekannt sind die Hubble-Aufnahmen von Nebeln und Galaxien. Viele dieser Bilder wurden zu Symbolen moderner Astronomie, weil sie wissenschaftliche Daten und beeindruckende Schönheit miteinander verbinden.
Hubble hat aber nicht nur schöne Bilder geliefert. Viele seiner wichtigsten Ergebnisse beruhen auf präzisen Messungen, Spektren und Langzeitbeobachtungen.
Bekannte Hubble-Bilder
Zu den berühmtesten Aufnahmen gehören die „Pillars of Creation“ im Adlernebel, tiefe Galaxienfelder wie das Hubble Deep Field und viele detailreiche Bilder von planetarischen Nebeln, Sternhaufen und Galaxien.
Solche Bilder zeigen oft Regionen, die für das menschliche Auge unsichtbar oder nur schwach erkennbar wären. Farben werden dabei teilweise wissenschaftlich zugeordnet, um unterschiedliche Gase, Temperaturen oder Wellenlängen sichtbar zu machen.
Das macht Hubble-Bilder nicht weniger wertvoll. Im Gegenteil: Sie übersetzen Messdaten in Darstellungen, die sowohl wissenschaftlich als auch anschaulich sind.
Hubble und die Ausdehnung des Universums
Ein zentrales Forschungsthema von Hubble ist die Größe und Entwicklung des Universums. Das Teleskop half dabei, Entfernungen zu Galaxien genauer zu bestimmen und die Expansionsrate des Universums besser einzugrenzen.
Solche Messungen sind wichtig, um das Alter des Universums und seine Entwicklung zu verstehen. Sie stehen auch in Verbindung mit Fragen zur Dunklen Energie und zur Zukunft des Kosmos.
Der Name Hubble passt deshalb besonders gut: Schon Edwin Hubble zeigte, dass ferne Galaxien sich von uns entfernen und dass sich das Universum ausdehnt.
Hubble und Exoplaneten
Hubble wurde nicht speziell als Exoplaneten-Teleskop gebaut, hat aber auch bei der Erforschung von Planeten um andere Sterne wichtige Daten geliefert.
Bei bestimmten Exoplaneten kann Hubble untersuchen, wie Sternlicht durch deren Atmosphäre fällt. Daraus lassen sich Hinweise auf Bestandteile der Atmosphäre ableiten.
Heute übernimmt das James-Webb-Weltraumteleskop viele besonders empfindliche Infrarotbeobachtungen. Hubble bleibt aber weiterhin wichtig, weil es andere Wellenlängenbereiche abdeckt.
Hubble und unser Sonnensystem
Hubble beobachtet nicht nur ferne Galaxien. Es hat auch Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden in unserem eigenen Sonnensystem untersucht.
Besonders wertvoll sind Langzeitbeobachtungen. Hubble kann Veränderungen in Atmosphären, Stürmen, Polarlichtern oder Oberflächenstrukturen dokumentieren.
So ergänzt Hubble Raumsonden, die einzelne Planeten aus der Nähe untersuchen. Während Raumsonden detailliert vor Ort messen, kann Hubble viele Objekte über lange Zeiträume aus der Erdumlaufbahn beobachten.
Hubble und James Webb: Was ist der Unterschied?
Das James-Webb-Weltraumteleskop ist deutlich größer als Hubble und vor allem für Beobachtungen im Infrarotbereich optimiert. Es blickt auf sehr alte Galaxien, kalte Staubregionen und Exoplanetenatmosphären.
Hubble beobachtet dagegen vor allem im ultravioletten, sichtbaren und nahen infraroten Licht. Gerade im sichtbaren Bereich liefert Hubble weiterhin wichtige Daten.
Die beiden Teleskope ersetzen einander also nicht einfach. Sie ergänzen sich. Viele Objekte werden besonders gut verstanden, wenn sie mit mehreren Teleskopen und in verschiedenen Wellenlängenbereichen beobachtet werden.
Warum ist Hubble so bekannt?
Hubble wurde nicht nur in der Fachwelt berühmt, sondern auch in der Öffentlichkeit. Das liegt vor allem an seinen eindrucksvollen Bildern.
Zum ersten Mal konnten viele Menschen regelmäßig hochauflösende Bilder von fernen Galaxien, Nebeln und Sternentstehungsgebieten sehen. Diese Aufnahmen machten das Universum greifbarer und lösten weltweit Begeisterung aus.
Hubble zeigte, dass astronomische Forschung nicht nur abstrakt ist. Sie kann auch visuell faszinieren und Menschen für Wissenschaft begeistern.
Wie lange arbeitet Hubble noch?
Hubble ist seit 1990 im Einsatz und hat seine ursprünglich geplante Lebensdauer weit übertroffen. Das Teleskop arbeitet weiterhin wissenschaftlich, ist aber ein altes Raumfahrzeug.
Einige technische Systeme können ausfallen, und regelmäßige Wartungsmissionen wie früher sind nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms nicht mehr möglich.
Wie lange Hubble noch Daten liefern kann, lässt sich nicht exakt vorhersagen. Die Mission wird so lange fortgeführt, wie das Teleskop sicher betrieben werden kann und wissenschaftlich wertvolle Beobachtungen liefert.
Was passiert am Ende mit Hubble?
Hubble befindet sich in einer niedrigen Erdumlaufbahn. Durch sehr geringe Reste der Erdatmosphäre verliert das Teleskop langfristig langsam an Höhe.
Irgendwann muss entschieden werden, wie Hubble sicher aus dem Betrieb genommen wird. Ziel ist, unkontrollierte Risiken zu vermeiden und das Teleskop geordnet zu entsorgen oder kontrolliert zum Absturz zu bringen.
Das liegt jedoch nicht an einem festen Datum, sondern hängt von Technik, Umlaufbahn und zukünftigen Entscheidungen ab.
Häufige Fragen zum Hubble-Weltraumteleskop
Wann wurde Hubble gestartet?
Hubble wurde am 24. April 1990 mit der Raumfähre Discovery gestartet und kurz darauf in der Erdumlaufbahn ausgesetzt.
Wie groß ist der Spiegel von Hubble?
Der Hauptspiegel von Hubble hat einen Durchmesser von 2,4 Metern.
Warum waren die ersten Hubble-Bilder unscharf?
Der Hauptspiegel hatte eine winzige Formabweichung. Dadurch wurde das Licht nicht korrekt gebündelt. 1993 wurde der Fehler durch eine Wartungsmission optisch ausgeglichen.
Ist Hubble noch aktiv?
Ja, Hubble liefert weiterhin wissenschaftliche Daten. Es ist aber ein altes Teleskop, und neue Wartungsmissionen wie früher sind derzeit nicht vorgesehen.
Ist James Webb der Nachfolger von Hubble?
James Webb wird oft als Nachfolger bezeichnet, ist aber eher eine Ergänzung. Webb beobachtet vor allem im Infrarotbereich, während Hubble besonders im sichtbaren und ultravioletten Licht wichtig bleibt.
