Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems und der fünfte Planet von der Sonne aus. Er ist ein Gasriese, besitzt keine feste Oberfläche, hat ein starkes Magnetfeld, ein schwaches Ringsystem und zahlreiche Monde.

Am Nachthimmel gehört Jupiter zu den auffälligsten Planeten. Wenn er günstig steht, erscheint er als sehr heller, ruhiger Lichtpunkt. Schon mit einem Fernglas lassen sich seine vier größten Monde erkennen: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Jupiter ist mehr als nur ein großer Planet. Er ist ein eigenes kleines System aus Wolkenbändern, Stürmen, Ringen, Magnetfeld und Monden. Besonders die eisigen Monde Europa, Ganymed und Kallisto sind für die Forschung spannend, weil sie Hinweise auf unterirdische Ozeane liefern.

Jupiter im Überblick

  • Planetentyp: Gasriese
  • Position: fünfter Planet von der Sonne aus
  • Durchmesser: rund 143.000 Kilometer am Äquator
  • Mittlere Entfernung zur Sonne: rund 778 Millionen Kilometer
  • Umlaufzeit um die Sonne: rund 11,86 Erdjahre
  • Rotationsdauer: knapp 10 Stunden
  • Monde: 95 offiziell anerkannte Monde
  • Ringe: ja, aber sehr dunkel und schwach
  • Besonderheit: größter und massereichster Planet des Sonnensystems

Warum heißt der Planet Jupiter?

Jupiter ist nach dem höchsten römischen Gott benannt. In der griechischen Mythologie entspricht ihm Zeus, der Göttervater.

Der Name passt gut, denn Jupiter ist tatsächlich der größte und massereichste Planet des Sonnensystems. Er dominiert die äußeren Planeten und beeinflusst mit seiner starken Schwerkraft viele kleinere Körper im Sonnensystem.

Schon in der Antike war Jupiter als heller Wandelstern bekannt. Seine Bewegung vor dem Hintergrund der Sterne ließ sich mit bloßem Auge verfolgen.

Wie groß ist Jupiter?

Jupiter hat am Äquator einen Durchmesser von rund 143.000 Kilometern. Damit ist er mehr als elfmal so breit wie die Erde.

Sein Volumen ist mehr als 1.300-mal so groß wie das der Erde. Seine Masse entspricht etwa 318 Erdmassen.

Jupiter ist damit mit Abstand der größte Planet unseres Sonnensystems. Trotzdem ist er kein Stern, denn seine Masse reicht nicht aus, um dauerhaft Kernfusion wie in der Sonne zu starten.

Wie weit ist Jupiter von der Sonne entfernt?

Jupiter ist im Mittel etwa 778 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Das entspricht ungefähr 5,2 Astronomischen Einheiten.

Eine Astronomische Einheit ist die mittlere Entfernung zwischen Erde und Sonne.

Weil Jupiter so weit außen liegt, braucht er deutlich länger für einen Umlauf um die Sonne als die Erde.

Wie lange dauert ein Jahr auf Jupiter?

Ein Jupiterjahr dauert rund 11,86 Erdjahre. So lange braucht der Planet für einen vollständigen Umlauf um die Sonne.

Aus unserer Sicht bewegt sich Jupiter deshalb langsam durch die Sternbilder entlang der Ekliptik.

Obwohl Jupiter weit von der Sonne entfernt ist, ist er wegen seiner Größe und hellen Wolkendecke oft sehr gut sichtbar.

Wie lange dauert ein Tag auf Jupiter?

Jupiter dreht sich extrem schnell. Eine Umdrehung dauert nur knapp 10 Stunden.

Damit hat Jupiter den kürzesten Tag aller Planeten im Sonnensystem.

Diese schnelle Rotation sorgt dafür, dass Jupiter deutlich abgeplattet ist. Am Äquator ist er breiter als von Pol zu Pol.

Hat Jupiter eine feste Oberfläche?

Nein. Jupiter besitzt keine feste Oberfläche wie Erde, Mars oder Merkur.

Er besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Je tiefer man in den Planeten blickt, desto stärker steigen Druck und Temperatur.

Die Gase gehen dabei allmählich in immer dichtere Zustände über. Eine klare Grenze, auf der man stehen könnte, gibt es nicht.

Woraus besteht Jupiter?

Jupiter besteht vor allem aus Wasserstoff und Helium. Diese Zusammensetzung ähnelt grob der Zusammensetzung der Sonne.

In den oberen Schichten sieht man Wolken aus verschiedenen chemischen Verbindungen, darunter Ammoniak und andere Stoffe. Sie bilden die hellen und dunklen Bänder, die Jupiter so typisch aussehen lassen.

Im Inneren herrschen so hohe Drücke, dass Wasserstoff in einen metallischen Zustand übergehen kann. Dieser leitfähige Wasserstoff spielt eine wichtige Rolle für Jupiters starkes Magnetfeld.

Ist Jupiter ein gescheiterter Stern?

Jupiter wird manchmal als „gescheiterter Stern“ bezeichnet. Das ist aber nur ein vereinfachtes Bild.

Zwar besteht Jupiter wie die Sonne überwiegend aus Wasserstoff und Helium. Er besitzt aber viel zu wenig Masse, um in seinem Inneren die stabile Wasserstofffusion eines echten Sterns zu starten.

Jupiter ist also kein Fast-Stern, sondern ein Gasriese. Er ist riesig im Vergleich zur Erde, aber winzig im Vergleich zu einem Stern.

Jupiters Atmosphäre

Jupiters sichtbare Oberfläche ist eigentlich die obere Wolkendecke seiner Atmosphäre.

Dort erkennt man helle Zonen und dunklere Gürtel. Diese Wolkenbänder verlaufen ungefähr parallel zum Äquator und werden durch starke Winde und Strömungen geformt.

Die Atmosphäre ist sehr dynamisch. Stürme, Wirbel und Jetstreams verändern das Aussehen des Planeten ständig.

Warum hat Jupiter Streifen?

Die Streifen entstehen durch unterschiedliche Wolkenbänder und Windströmungen in der Atmosphäre.

Helle Bänder nennt man Zonen, dunklere Bänder Gürtel. Sie bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und teilweise in entgegengesetzte Richtungen.

An den Grenzen solcher Strömungen entstehen Turbulenzen, Wirbel und Sturmsysteme.

Der Große Rote Fleck

Der Große Rote Fleck ist der berühmteste Sturm auf Jupiter. Es handelt sich um einen riesigen Wirbelsturm, der seit Jahrhunderten beobachtet wird.

Er ist größer als die Erde, schrumpft aber seit längerer Zeit. Auch seine Farbe und Form verändern sich.

Warum der Fleck so lange stabil bleibt, hängt mit Jupiters besonderer Atmosphäre zusammen. Anders als auf der Erde gibt es keine feste Oberfläche, an der ein Sturm schnell abgebremst würde.

Gibt es auf Jupiter Wetter?

Ja, Jupiter besitzt ein sehr aktives Wettergeschehen, allerdings völlig anders als auf der Erde.

Es gibt starke Winde, Wolkenbänder, Stürme, Blitze und gewaltige Wirbel. Manche Sturmsysteme sind kurzlebig, andere halten sehr lange an.

Die Energie für diese Prozesse kommt nicht nur von der Sonne. Jupiter gibt auch Wärme aus seinem Inneren ab.

Jupiters Magnetfeld

Jupiter besitzt das stärkste Magnetfeld aller Planeten im Sonnensystem.

Es entsteht wahrscheinlich durch Bewegungen im leitfähigen metallischen Wasserstoff im Inneren des Planeten.

Jupiters Magnetosphäre ist riesig. Sie beeinflusst geladene Teilchen, den Sonnenwind und auch die Umgebung seiner Monde. Besonders der vulkanisch aktive Mond Io speist Material in dieses komplexe System ein.

Hat Jupiter Ringe?

Ja. Jupiter besitzt ein Ringsystem, aber es ist sehr dunkel und viel schwächer als die berühmten Ringe des Saturn.

Die Jupiter-Ringe bestehen vor allem aus feinem Staub. Sie wurden 1979 von der Raumsonde Voyager 1 entdeckt.

Wahrscheinlich stammt ein Teil des Staubs von kleinen inneren Monden, deren Oberflächen durch Einschläge getroffen werden.

Wie viele Monde hat Jupiter?

Jupiter hat nach aktuellem Stand 95 offiziell anerkannte Monde.

Die meisten dieser Monde sind klein und unregelmäßig geformt. Viele könnten eingefangene Asteroiden oder Bruchstücke größerer Körper sein.

Besonders bekannt sind die vier großen Galileischen Monde: Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Die Galileischen Monde

Die vier größten Jupitermonde wurden 1610 von Galileo Galilei beobachtet. Sie heißen deshalb Galileische Monde.

Schon ein Fernglas oder kleines Teleskop kann sie zeigen. Sie erscheinen dann als kleine Lichtpunkte neben Jupiter und verändern von Nacht zu Nacht ihre Position.

Ihre Beobachtung war historisch wichtig, weil sie zeigte, dass nicht alle Himmelskörper die Erde umkreisen.

Io: der vulkanische Mond

Io ist der innerste der vier großen Jupitermonde und einer der vulkanisch aktivsten Körper im Sonnensystem.

Die starke Schwerkraft Jupiters und die Wechselwirkungen mit anderen Monden verformen Io ständig leicht. Dabei entsteht innere Wärme.

Diese Gezeitenkräfte treiben den Vulkanismus an. Auf Io gibt es aktive Vulkane, Schwefelverbindungen und eine extrem junge, ständig veränderte Oberfläche.

Europa: Eismond mit Ozean

Europa ist einer der spannendsten Monde des Sonnensystems. Unter seiner Eiskruste gibt es starke Hinweise auf einen Ozean aus flüssigem Wasser.

Deshalb gilt Europa als wichtiger Ort bei der Suche nach möglichen lebensfreundlichen Bedingungen außerhalb der Erde.

Das bedeutet nicht, dass dort Leben nachgewiesen wurde. Es bedeutet nur, dass Europa Zutaten besitzen könnte, die für Leben, wie wir es kennen, wichtig sind.

Ganymed: der größte Mond

Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem. Er ist sogar größer als der Planet Merkur.

Ganymed besitzt wahrscheinlich ebenfalls einen inneren Ozean unter seiner Eiskruste. Außerdem ist er der einzige bekannte Mond mit einem eigenen Magnetfeld.

Wegen seiner Größe und besonderen Eigenschaften steht Ganymed im Mittelpunkt der europäischen Juice-Mission.

Kallisto: alter Eismond

Kallisto ist stark von Einschlagskratern geprägt und besitzt eine sehr alte Oberfläche.

Er ist weiter von Jupiter entfernt als Io, Europa und Ganymed und daher weniger stark geologisch aktiv.

Auch für Kallisto gibt es Hinweise auf einen möglichen inneren Ozean. Seine Oberfläche zeigt viele Spuren aus der Frühzeit des Jupitersystems.

Kann man Jupiter beobachten?

Ja. Jupiter ist eines der besten Beobachtungsobjekte für Einsteiger.

Mit bloßem Auge erscheint er als sehr heller Lichtpunkt. Mit einem Fernglas lassen sich oft die vier Galileischen Monde erkennen.

Mit einem Teleskop werden Jupiters Wolkenbänder sichtbar. Bei guten Bedingungen kann auch der Große Rote Fleck beobachtet werden, sofern er gerade auf der sichtbaren Seite des Planeten liegt.

Wann sieht man Jupiter am besten?

Jupiter ist besonders gut sichtbar, wenn er in Opposition steht. Dann steht die Erde ungefähr zwischen Sonne und Jupiter.

In dieser Zeit ist Jupiter der Erde relativ nahe, erscheint besonders hell und ist die ganze Nacht über sichtbar.

Auch außerhalb der Opposition kann Jupiter gut beobachtet werden, wenn er hoch genug am Himmel steht und die Luft ruhig ist.

Warum ist Jupiter für die Erde wichtig?

Jupiter beeinflusst durch seine große Masse die Dynamik des Sonnensystems.

Seine Schwerkraft kann Bahnen von Asteroiden und Kometen verändern. Manchmal lenkt er Objekte ab, manchmal bringt er sie aber auch auf neue Bahnen.

Früher wurde Jupiter oft vereinfacht als Schutzschild der Erde beschrieben. Heute sieht man das differenzierter: Jupiter kann sowohl Objekte ablenken als auch ihre Bahnen in Richtung inneres Sonnensystem beeinflussen.

Welche Raumsonden erforschten Jupiter?

Jupiter wurde von mehreren Raumsonden besucht.

Zu den wichtigen Missionen gehören Pioneer 10 und 11, Voyager 1 und 2, Galileo, Cassini, New Horizons und Juno.

Die Raumsonde Galileo war die erste Sonde, die Jupiter längere Zeit aus einer Umlaufbahn untersuchte. Juno erreichte Jupiter 2016 und erforschte unter anderem Atmosphäre, Magnetfeld, Schwerefeld und innere Struktur.

Juno: Blick ins Innere des Jupiter

NASA Juno wurde gestartet, um Jupiter genauer zu untersuchen. Die Sonde erreichte Jupiter 2016.

Juno lieferte wichtige Daten über Jupiters Magnetfeld, Schwerefeld, Polarregionen, Atmosphäre, Stürme und innere Struktur.

Die erweiterte Mission war bis September 2025 angesetzt. Viele ihrer Daten bleiben auch danach für die Forschung wichtig.

Europa Clipper und Juice

Die Erforschung des Jupitersystems geht weiter. Zwei besonders wichtige Missionen sind NASA Europa Clipper und ESA Juice.

Europa Clipper ist auf die Untersuchung des Eismonds Europa ausgerichtet. Die Sonde soll viele nahe Vorbeiflüge durchführen und prüfen, ob Europa heute lebensfreundliche Bedingungen besitzen könnte.

ESA Juice untersucht Jupiter und die eisigen Monde Ganymed, Europa und Kallisto. Besonders Ganymed wird später genau erforscht.

Warum ist Jupiter wissenschaftlich so wichtig?

Jupiter ist wichtig, weil er viel über die Entstehung des Sonnensystems verraten kann.

Als größter Planet enthält er einen großen Teil der planetaren Masse des Sonnensystems. Seine Zusammensetzung, innere Struktur und Monde sind Schlüsselthemen der Planetenforschung.

Außerdem hilft Jupiter dabei, Gasriesen bei anderen Sternen besser zu verstehen. Viele entdeckte Exoplaneten sind ebenfalls große Gasplaneten.

Häufige Fragen zu Jupiter

Ist Jupiter der größte Planet?

Ja. Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems.

Ist Jupiter ein Gasplanet?

Ja. Jupiter ist ein Gasriese und besteht hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium.

Hat Jupiter eine feste Oberfläche?

Nein. Jupiter besitzt keine feste Oberfläche wie Erde oder Mars.

Wie viele Monde hat Jupiter?

Jupiter hat nach aktuellem Stand 95 offiziell anerkannte Monde. Die vier bekanntesten sind Io, Europa, Ganymed und Kallisto.

Kann man Jupiter mit bloßem Auge sehen?

Ja. Jupiter ist häufig als sehr heller Lichtpunkt am Nachthimmel sichtbar.

Kann man Jupiters Monde sehen?

Ja. Die vier Galileischen Monde sind schon mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop sichtbar.

Was ist der Große Rote Fleck?

Der Große Rote Fleck ist ein riesiger, langlebiger Wirbelsturm in Jupiters Atmosphäre.

Kann man Jupiter anzünden?

Nein. Jupiter kann man nicht einfach anzünden. Zwar besteht er hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium, aber zum Brennen bräuchte es freien Sauerstoff und passende Bedingungen. Außerdem ist Jupiter kein Feuerball, sondern ein Gasriese unter extremem Druck.

Auch zu einem Stern kann Jupiter nicht werden. Dafür hätte er viel zu wenig Masse. Er müsste um ein Vielfaches massereicher sein, damit in seinem Inneren dauerhaft Kernfusion einsetzen könnte.

Kurz zusammengefasst

  • Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems.
  • Er ist der fünfte Planet von der Sonne aus.
  • Jupiter ist ein Gasriese aus vor allem Wasserstoff und Helium.
  • Er besitzt keine feste Oberfläche.
  • Ein Jupitertag dauert nur knapp 10 Stunden.
  • Jupiter hat ein starkes Magnetfeld und ein schwaches Ringsystem.
  • Der Große Rote Fleck ist ein riesiger Sturm.
  • Jupiter besitzt 95 offiziell anerkannte Monde.
  • Die vier bekanntesten Monde heißen Io, Europa, Ganymed und Kallisto.
  • Jupiter kann nicht „abgefackelt“ werden und ist trotz seiner Gase kein Stern.

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