Der Sommeranfang fällt in Deutschland astronomisch meist auf den 20. oder 21. Juni. An diesem Tag erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand des Jahres. Dieses Ereignis nennt man Sommersonnenwende.
Der astronomische Sommeranfang ist zugleich der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres. Danach werden die Tage langsam wieder kürzer, auch wenn der wärmste Teil des Sommers meist erst später folgt.
Wie bei den anderen Jahreszeiten gibt es nicht nur einen einzigen „richtigen“ Sommeranfang. Man unterscheidet zwischen astronomischem, meteorologischem und phänologischem Sommerbeginn.
Astronomischer Sommeranfang
Der astronomische oder kalendarische Sommeranfang richtet sich nach dem Stand der Sonne. Auf der Nordhalbkugel beginnt der Sommer zur Sommersonnenwende.
An diesem Tag erreicht die Sonne ihren nördlichsten Punkt am Himmel. Mittags steht sie so hoch wie zu keinem anderen Zeitpunkt des Jahres. Dadurch ist der Tag besonders lang und die Nacht besonders kurz.
In Mitteleuropa fällt die Sommersonnenwende meistens auf den 20. oder 21. Juni. Der genaue Zeitpunkt verschiebt sich von Jahr zu Jahr leicht, weil unser Kalenderjahr nicht exakt der Dauer eines Sonnenjahres entspricht.
Was passiert bei der Sommersonnenwende?
Bei der Sommersonnenwende ist die Nordhalbkugel der Erde am stärksten zur Sonne geneigt. Deshalb verläuft die tägliche Bahn der Sonne bei uns besonders hoch über den Himmel.
Für Deutschland bedeutet das: Die Sonne geht früh auf, erreicht mittags einen hohen Stand und geht erst spät wieder unter. Die Tageslänge ist rund um den Sommeranfang am größten.
Auf der Südhalbkugel ist es genau umgekehrt. Dort beginnt zur gleichen Zeit der Winter, und die Menschen erleben den kürzesten Tag des Jahres.
Warum ist der längste Tag nicht der heißeste Tag?
Der Sommeranfang ist zwar der Tag mit der längsten Sonnenscheindauer, aber nicht automatisch der heißeste Tag des Jahres.
Das liegt an der Wärmespeicherung von Böden, Gewässern und Atmosphäre. Nach dem Frühjahr erwärmt sich die Nordhalbkugel weiter, obwohl die Tage nach der Sommersonnenwende bereits wieder langsam kürzer werden.
Deshalb liegen die wärmsten Wochen in Deutschland häufig erst im Juli oder August. Der Sonnenstand setzt den astronomischen Wendepunkt, das Wetter reagiert mit Verzögerung.
Meteorologischer Sommeranfang
Der meteorologische Sommer beginnt immer am 1. Juni. Meteorologen teilen das Jahr aus statistischen Gründen in vier feste Jahreszeiten von jeweils drei Monaten ein.
Der meteorologische Sommer umfasst Juni, Juli und August. Dadurch lassen sich Wetterdaten, Temperaturmittel und Klimawerte einfacher vergleichen.
Mit dem tatsächlichen Wetter muss das nicht immer exakt zusammenpassen. Ein kühler Juni kann sich noch frühlingshaft anfühlen, während es manchmal schon im Mai sommerlich warm wird.
Phänologischer Sommeranfang
Der phänologische Sommer richtet sich nach der Natur. Er hat kein festes Datum, sondern wird anhand von Pflanzenentwicklung, Blütezeiten, Fruchtreife und Naturbeobachtungen bestimmt.
Typische Zeichen des Frühsommers sind blühender Holunder, Wiesenblumen, reifende Gräser und erste sommerliche Pflanzenphasen. Später folgen Hochsommer und Spätsommer mit reifendem Getreide, Beeren und Früchten.
Der phänologische Sommer beginnt regional unterschiedlich. In milden Gegenden setzt er früher ein, in höheren Lagen oder kühleren Regionen später.
Warum gibt es Jahreszeiten?
Die Jahreszeiten entstehen durch die Neigung der Erdachse. Die Rotationsachse der Erde ist um etwa 23,5 Grad geneigt. Während die Erde die Sonne umkreist, wird dadurch einmal die Nordhalbkugel stärker beleuchtet und ein anderes Mal die Südhalbkugel.
Im Sommer bekommt die Nordhalbkugel besonders viel direkte Sonneneinstrahlung. Die Sonne steht höher, die Tage sind länger, und die Nächte sind kürzer.
- Frühling: beginnt astronomisch um den 20. März zur Tagundnachtgleiche. Mehr dazu: Frühlingsanfang.
- Sommer: beginnt astronomisch um den 20. oder 21. Juni zur Sommersonnenwende.
- Herbst: beginnt astronomisch meist am 22. oder 23. September zur Tagundnachtgleiche. Mehr dazu: Herbstanfang.
- Winter: beginnt astronomisch meist am 21. oder 22. Dezember zur Wintersonnenwende. Mehr dazu: Winteranfang.
Sonnenwende einfach erklärt
Eine Sonnenwende ist ein Wendepunkt im scheinbaren Jahreslauf der Sonne. Im Juni erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Stand. Danach sinkt ihr mittäglicher Höchststand langsam wieder.
Bei der Wintersonnenwende im Dezember passiert das Gegenteil: Die Sonne erreicht ihren niedrigsten Stand, und danach werden die Tage wieder länger.
Die Sommersonnenwende ist also nicht der Beginn einer immer längeren hellen Zeit, sondern der Höhepunkt. Ab diesem Zeitpunkt nimmt die Tageslänge auf der Nordhalbkugel langsam wieder ab.

Sonnenwende und Tagundnachtgleiche
Grafik: Zlatko Krastev, Quelle: Wikipedia
Polartag und Mitternachtssonne
Rund um den nördlichen Polarkreis geht die Sonne zur Sommersonnenwende mindestens einen Tag lang nicht unter. Noch weiter nördlich kann die Sonne mehrere Wochen oder sogar Monate über dem Horizont bleiben.
Dieses Phänomen nennt man Polartag oder Mitternachtssonne. Am Nordpol dauert der Polartag ungefähr ein halbes Jahr.
Zur gleichen Zeit herrscht in der Nähe des Südpols Polarnacht. Dort bleibt die Sonne zur Juni-Sonnenwende unter dem Horizont.
Sommeranfang beobachten
Den Sommeranfang kann man nicht als plötzliches Ereignis sehen wie eine Sonnenfinsternis. Trotzdem lässt er sich gut beobachten, wenn man auf Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und Schatten achtet.
Rund um die Sommersonnenwende geht die Sonne weit im Nordosten auf und weit im Nordwesten unter. Mittags stehen Schatten besonders kurz, weil die Sonne hoch am Himmel steht.
Wer über mehrere Wochen beobachtet, erkennt nach der Sonnenwende langsam, dass die Sonnenaufgänge wieder später und die Sonnenuntergänge früher werden.
Sommer am Sternenhimmel
Auch am Sternenhimmel ist der Sommer eine besondere Zeit. Die Nächte sind zwar kurz, aber viele auffällige Sommersterne und Sternbilder stehen günstig.
Besonders bekannt ist das Sommerdreieck aus Wega, Deneb und Altair. Es ist eine der besten Orientierungshilfen am Sommerhimmel.
Außerdem verläuft die Milchstraße durch die Sommersternbilder Schwan, Adler und Schütze. An dunklen Orten ohne starke Lichtverschmutzung ist sie in Sommernächten besonders schön zu sehen.
Mit einem Fernglas oder einem einfachen Teleskop lassen sich in dieser Himmelsregion viele Sternfelder, Sternhaufen und Nebel entdecken.
Sommeranfang und Sonnenbeobachtung
Rund um den Sommeranfang steht die Sonne besonders hoch. Für die Beobachtung gilt deshalb besondere Vorsicht: Niemals ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne schauen.
Für sichere Sonnenbeobachtung braucht man spezielle Sonnenfilter oder geeignete Sonnenteleskope. Normale Sonnenbrillen, Ferngläser oder Teleskope ohne geprüften Filter sind gefährlich.
Mehr zum Thema sichere Sonnenbeobachtung findest du bei den Informationen zum Sonnenteleskop. Auch bei Sonnenfinsternissen ist geeigneter Augenschutz unverzichtbar.
Häufige Fragen zum Sommeranfang
Wann ist Sommeranfang?
Der astronomische Sommeranfang ist auf der Nordhalbkugel meist am 20. oder 21. Juni. Der meteorologische Sommer beginnt immer am 1. Juni.
Was ist die Sommersonnenwende?
Die Sommersonnenwende ist der Zeitpunkt, an dem die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren höchsten Jahresstand erreicht. Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.
Warum werden die Tage nach dem Sommeranfang wieder kürzer?
Nach der Sommersonnenwende sinkt der mittägliche Sonnenstand langsam wieder. Dadurch werden Sonnenaufgänge später und Sonnenuntergänge früher.
Ist der Sommeranfang immer am 21. Juni?
Nein. In Mitteleuropa fällt der astronomische Sommeranfang meist auf den 20. oder 21. Juni. Der genaue Zeitpunkt hängt vom jeweiligen Jahr und der Zeitzone ab.
Warum ist es im Sommer warm?
Im Sommer steht die Sonne höher am Himmel, und die Tage sind länger. Dadurch erreicht mehr Sonnenenergie den Boden als im Winter.
