Uranus ist der siebte Planet von der Sonne aus und gehört zu den Eisriesen. Besonders auffällig ist seine extreme Achsenneigung: Uranus liegt gewissermaßen auf der Seite und rollt auf seiner Bahn um die Sonne.
Der Planet ist deutlich größer als die Erde, aber viel weiter entfernt. Mit bloßem Auge ist Uranus nur unter sehr guten Bedingungen gerade noch sichtbar. Erst durch ein Teleskop wurde er sicher als Planet erkannt.
Uranus besitzt ein schwaches Ringsystem, zahlreiche Monde und eine kalte, methanhaltige Atmosphäre. Seine blaugrüne Farbe entsteht vor allem dadurch, dass Methan rotes Licht absorbiert und blaugrünes Licht stärker reflektiert wird.
Uranus im Überblick
- Planetentyp: Eisriese
- Position: siebter Planet von der Sonne aus
- Durchmesser: rund 50.700 Kilometer
- Mittlere Entfernung zur Sonne: rund 2,9 Milliarden Kilometer
- Umlaufzeit um die Sonne: rund 84 Erdjahre
- Rotationsdauer: etwa 17 Stunden
- Achsenneigung: rund 98 Grad
- Ringe: ja, 13 bekannte Ringe
- Monde: 28 bekannte Monde plus 2025 entdeckter Kandidat S/2025 U1
- Besonderheit: Uranus rotiert stark gekippt, fast seitlich
Warum heißt der Planet Uranus?
Uranus ist nach Uranos benannt, dem Himmelsgott der griechischen Mythologie.
Nach seiner Entdeckung wurde zunächst über andere Namen diskutiert. Wilhelm Herschel, der Uranus 1781 als Planet erkannte, schlug den Namen „Georgium Sidus“ zu Ehren des britischen Königs George III. vor.
Später setzte sich der Name Uranus durch. Damit passt der Planet auch in die Reihe mythologisch benannter Planeten des Sonnensystems.
Die Eselsbrücke zum Uranus
Viele kennen die Planetenreihenfolge mit einem Merksatz wie: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“
Das „U“ steht dabei für Uranus. In der Reihenfolge von der Sonne aus steht Uranus an siebter Stelle: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Mehr dazu findest du im Artikel Merksatz zur Planetenreihenfolge.
Ist Uranus ein Gasriese oder ein Eisriese?
Uranus wurde früher oft zusammen mit Jupiter und Saturn als Gasplanet beschrieben. Heute wird er genauer als Eisriese eingeordnet.
Der Unterschied: Jupiter und Saturn bestehen vor allem aus Wasserstoff und Helium und gelten als Gasriesen. Uranus und Neptun enthalten dagegen einen größeren Anteil an Stoffen, die in der Astronomie als „Eis“ bezeichnet werden, etwa Wasser, Ammoniak und Methan.
Dieses „Eis“ muss im Inneren des Planeten nicht als normales festes Eis vorliegen. Bei extremem Druck und hoher Temperatur kann es ganz andere physikalische Zustände annehmen.
Wie groß ist Uranus?
Uranus hat einen Durchmesser von rund 50.700 Kilometern. Damit ist er etwa viermal so breit wie die Erde.
Nach Durchmesser ist Uranus der drittgrößte Planet des Sonnensystems, nach Jupiter und Saturn. Nach Masse liegt er allerdings hinter Neptun, obwohl Neptun etwas kleiner ist.
Uranus ist also ein riesiger Planet, aber deutlich weniger massereich als Jupiter und Saturn.
Wie weit ist Uranus von der Sonne entfernt?
Uranus ist im Mittel etwa 2,9 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Das entspricht ungefähr 19 Astronomischen Einheiten.
Eine Astronomische Einheit ist die mittlere Entfernung zwischen Erde und Sonne.
Durch diese große Entfernung erhält Uranus nur sehr wenig Sonnenlicht. Deshalb gehört er zu den kalten äußeren Planeten des Sonnensystems.
Wie lange dauert ein Jahr auf Uranus?
Ein Uranusjahr dauert rund 84 Erdjahre. So lange benötigt Uranus für einen vollständigen Umlauf um die Sonne.
Ein Mensch, der 84 Jahre alt wird, hätte also ungefähr ein Uranusjahr erlebt.
Weil Uranus so langsam um die Sonne wandert, bleibt er aus irdischer Sicht über längere Zeit in derselben Himmelsregion.
Wie lange dauert ein Tag auf Uranus?
Uranus dreht sich in etwa 17 Stunden einmal um seine eigene Achse.
Wie bei anderen Riesenplaneten ist eine genaue Rotationsdauer schwieriger zu bestimmen als bei Gesteinsplaneten. Uranus besitzt keine feste Oberfläche, an der man einfach einen Punkt verfolgen könnte.
Trotzdem rotiert Uranus deutlich schneller als die Erde.
Warum liegt Uranus auf der Seite?
Uranus hat eine extreme Achsenneigung von rund 98 Grad. Das bedeutet: Seine Rotationsachse liegt fast in der Ebene seiner Umlaufbahn.
Dadurch wirkt es so, als würde Uranus auf seiner Bahn um die Sonne rollen.
Warum Uranus so stark gekippt ist, ist nicht abschließend geklärt. Eine mögliche Erklärung ist ein großer Zusammenstoß in der Frühzeit des Sonnensystems. Auch mehrere kleinere Einschläge oder komplexe Wechselwirkungen während der Planetenentstehung werden diskutiert.
Jahreszeiten auf Uranus
Durch die extreme Achsenneigung sind die Jahreszeiten auf Uranus sehr ungewöhnlich.
Während eines Teils seiner Umlaufbahn zeigt ein Pol lange Zeit zur Sonne, während der andere Pol im Dunkeln liegt. Da ein Uranusjahr 84 Erdjahre dauert, können solche Phasen Jahrzehnte anhalten.
In der Nähe der Tagundnachtgleiche auf Uranus erhalten beide Hemisphären wieder gleichmäßiger Sonnenlicht. Dann können sich Wetter und Wolkenstrukturen verändern.
Warum ist Uranus blaugrün?
Die blaugrüne Farbe des Uranus entsteht vor allem durch Methan in seiner Atmosphäre.
Methan absorbiert rötliche Anteile des Sonnenlichts. Blaugrüne Anteile werden stärker gestreut und reflektiert.
Deshalb erscheint Uranus im Teleskop als blass blaugrüne Scheibe.
Wie kalt ist Uranus?
Uranus ist einer der kältesten Planeten des Sonnensystems.
In den oberen Atmosphärenschichten herrschen Temperaturen von ungefähr -200 Grad Celsius. Teilweise werden sogar noch niedrigere Werte angegeben.
Uranus gibt im Vergleich zu anderen Riesenplaneten ungewöhnlich wenig Wärme aus seinem Inneren ab. Warum das so ist, gehört zu den offenen Fragen der Uranusforschung.
Woraus besteht Uranus?
Uranus besteht außen vor allem aus Wasserstoff, Helium und Methan.
Darunter vermuten Forschende eine dicke Schicht aus wasser-, ammoniak- und methanhaltigem Material. Diese Stoffe stehen unter extremem Druck und hoher Temperatur.
Im Inneren könnte sich ein Gesteins- und Metallkern befinden. Der genaue Aufbau ist aber nicht sicher bekannt, weil Uranus bisher nur einmal aus der Nähe besucht wurde.
Hat Uranus eine feste Oberfläche?
Nein. Uranus hat keine feste Oberfläche wie Erde, Mars oder Merkur.
Wer in Uranus „hineinfallen“ würde, träfe nicht auf einen festen Boden. Stattdessen würden Druck und Temperatur immer weiter zunehmen.
Die sichtbare Scheibe des Planeten ist seine Atmosphäre beziehungsweise obere Wolkenschicht, nicht eine feste Oberfläche.
Die Atmosphäre des Uranus
Die Atmosphäre von Uranus besteht überwiegend aus Wasserstoff und Helium. Methan macht nur einen kleineren Anteil aus, prägt aber stark die Farbe des Planeten.
In der Atmosphäre gibt es Wolken, Dunstschichten, Stürme und Winde. Auf den ersten Voyager-Bildern wirkte Uranus sehr ruhig und fast einfarbig.
Spätere Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop, großen Bodenteleskopen und dem James-Webb-Weltraumteleskop zeigten jedoch deutlichere Wolkenstrukturen und Wetteraktivität.
Hat Uranus Stürme?
Ja. Uranus besitzt Wetter und Stürme, auch wenn er oft ruhiger wirkt als Jupiter oder Saturn.
Besonders um Zeiten herum, in denen sich die Beleuchtung der Hemisphären ändert, können Wolken und Sturmsysteme auffälliger werden.
Die Dynamik der Atmosphäre ist wegen der extremen Achsenneigung und der geringen inneren Wärme besonders interessant.
Das Magnetfeld des Uranus
Uranus besitzt ein eigenes Magnetfeld, aber es ist ungewöhnlich aufgebaut.
Die Magnetachse ist stark gegenüber der Rotationsachse geneigt und zudem nicht sauber durch das Planetenzentrum ausgerichtet.
Dadurch entsteht eine komplexe Magnetosphäre, die sich durch die Rotation des Planeten ständig stark verändert. Dieses Magnetfeld ist eines der großen Rätsel des Uranus.
Hat Uranus Ringe?
Ja. Uranus besitzt ein Ringsystem.
Die Ringe sind viel dunkler und schmaler als die berühmten Ringe des Saturn. Sie bestehen vermutlich aus dunklem Material, Staub und größeren Partikeln.
Die ersten Ringe wurden 1977 entdeckt, also noch vor dem Vorbeiflug von Voyager 2. Später konnten weitere Ringe durch Raumsonden- und Teleskopbeobachtungen nachgewiesen werden.
Wie viele Ringe hat Uranus?
Uranus besitzt nach heutigem Stand 13 bekannte Ringe.
Sie sind aus großer Entfernung schwer zu sehen, weil sie dunkel und relativ schmal sind.
Einige Ringe werden möglicherweise durch kleine Monde beeinflusst, die als sogenannte Schäfermonde wirken und Ringmaterial begrenzen oder strukturieren können.
Wie viele Monde hat Uranus?
Uranus hatte lange 27 bekannte Monde. Später stieg die Zahl auf 28.
Im Jahr 2025 wurde mit dem James-Webb-Weltraumteleskop ein weiterer sehr kleiner Mond entdeckt, vorläufig bezeichnet als S/2025 U1. Damit steigt die bekannte Zahl praktisch auf 29, auch wenn der neue Mond noch eine endgültige offizielle Benennung erhalten muss.
Die Uranusmonde sind ungewöhnlich benannt: Viele tragen Namen von Figuren aus Werken von William Shakespeare und Alexander Pope.
Die fünf großen Uranusmonde
Die fünf wichtigsten und größten Uranusmonde heißen Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon.
Titania ist der größte Uranusmond, Oberon der zweitgrößte. Beide wurden von Wilhelm Herschel entdeckt.
Ariel, Umbriel und Miranda sind ebenfalls große Monde mit eisreichen Oberflächen, Kratern, Brüchen und geologischen Strukturen.
Miranda: ein besonders seltsamer Mond
Miranda ist einer der auffälligsten Uranusmonde.
Seine Oberfläche wirkt ungewöhnlich gemischt: alte Kraterlandschaften, große Bruchsysteme, steile Klippen und helle sowie dunkle Regionen liegen nebeneinander.
Warum Miranda so aussieht, ist nicht vollständig geklärt. Möglicherweise wurde der Mond durch frühere geologische Prozesse stark verändert.
Ariel, Umbriel, Titania und Oberon
Ariel zeigt Spuren geologischer Veränderung, darunter Gräben und helle Bereiche. Umbriel wirkt dunkler und stärker von alten Einschlägen geprägt.
Titania ist der größte Uranusmond und besitzt Schluchten sowie ausgedehnte Bruchstrukturen. Oberon ist weiter außen gelegen und zeigt eine stark verkraterte Oberfläche.
Diese Monde bestehen überwiegend aus Eis und Gestein. Ob unter einigen von ihnen innere Ozeane existieren könnten, ist Gegenstand weiterer Forschung.
Die Entdeckung des Uranus
Uranus war vor seiner Entdeckung bereits mehrfach beobachtet worden, wurde aber für einen Stern gehalten.
Wilhelm Herschel erkannte 1781, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Stern handelte. Zunächst vermutete er einen Kometen, doch weitere Beobachtungen zeigten: Es war ein neuer Planet.
Uranus war damit der erste Planet, der nicht schon seit der Antike bekannt war, sondern mit Hilfe eines Teleskops als Planet entdeckt wurde.
Warum war die Entdeckung des Uranus wichtig?
Die Entdeckung des Uranus erweiterte das bekannte Sonnensystem deutlich.
Bis dahin galt Saturn als äußerster bekannter Planet. Mit Uranus wurde klar, dass es jenseits des Saturn weitere große Welten geben konnte.
Die Entdeckung löste einen neuen Schub in der Himmelsbeobachtung aus und zeigte, wie wichtig Teleskope für die Erforschung des Sonnensystems sind.
Wie wurde Neptun durch Uranus entdeckt?
Die Bahn des Uranus zeigte kleine Abweichungen, die sich nicht vollständig durch die bekannten Planeten erklären ließen.
Mathematiker und Astronomen vermuteten deshalb, dass ein weiterer Planet die Uranusbahn beeinflusst.
Diese Berechnungen führten schließlich zur Entdeckung von Neptun im Jahr 1846. Uranus spielte damit indirekt eine wichtige Rolle bei der Entdeckung des nächsten äußeren Planeten.
Voyager 2: bisher einziger Besuch bei Uranus
Uranus wurde bisher nur von einer Raumsonde aus der Nähe besucht: Voyager 2.
Die Sonde flog 1986 am Uranus vorbei und lieferte die bisher einzigen Nahaufnahmen des Planeten, seiner Ringe und vieler Monde.
Voyager 2 entdeckte neue Monde, untersuchte das Magnetfeld und zeigte Uranus als blass blaugrüne Welt mit ungewöhnlicher Achsenneigung.
Gibt es eine neue Uranusmission?
Derzeit ist keine Raumsonde auf dem Weg zum Uranus.
Eine Uranus-Orbiter-und-Sonde-Mission wird in der Planetenforschung jedoch seit Jahren als besonders wichtig angesehen. Ein Orbiter könnte den Planeten, seine Atmosphäre, sein Magnetfeld, seine Ringe und seine Monde über längere Zeit untersuchen.
Ob und wann eine solche Mission tatsächlich startet, hängt von Planung, Finanzierung und Prioritäten der Raumfahrtagenturen ab.
Kann man Uranus beobachten?
Ja, aber Uranus ist kein einfaches Beobachtungsobjekt.
Unter sehr dunklem Himmel kann er theoretisch mit bloßem Auge gerade noch sichtbar sein. Praktisch braucht man meist ein Fernglas oder ein Teleskop und eine genaue Aufsuchkarte.
Im Teleskop erscheint Uranus als kleines, blass blaugrünes Scheibchen. Details sind für Amateurbeobachter nur schwer zu erkennen.
Wann sieht man Uranus am besten?
Uranus ist am besten um die Opposition herum sichtbar. Dann steht die Erde ungefähr zwischen Sonne und Uranus.
In dieser Zeit ist Uranus der Erde vergleichsweise nahe und die ganze Nacht über sichtbar.
Da Uranus sehr lichtschwach ist, sind dunkler Himmel, wenig Mondlicht und eine genaue Position am Himmel besonders wichtig.
Warum ist Uranus wissenschaftlich so wichtig?
Uranus ist wichtig, weil Eisriesen bisher viel schlechter erforscht sind als Gesteinsplaneten und Gasriesen.
Uranus und Neptun bilden eine eigene Planetengruppe. Ähnliche Planetentypen scheinen auch bei anderen Sternen häufig zu sein.
Wer Uranus besser versteht, lernt daher nicht nur mehr über unser Sonnensystem, sondern auch über viele Exoplaneten in unserer Galaxie.
Häufige Fragen zu Uranus
Ist Uranus ein Gasplanet?
Uranus wurde früher oft als Gasplanet bezeichnet. Heute wird er genauer als Eisriese eingeordnet, weil er deutlich mehr wasser-, ammoniak- und methanhaltiges Material enthält als Jupiter und Saturn.
Warum ist Uranus blau?
Die blaugrüne Farbe entsteht vor allem durch Methan in der Atmosphäre. Methan absorbiert rotes Licht und lässt Uranus blaugrün erscheinen.
Warum liegt Uranus auf der Seite?
Uranus hat eine Achsenneigung von rund 98 Grad. Wahrscheinlich wurde diese extreme Neigung durch Ereignisse in der Frühzeit des Sonnensystems verursacht, etwa durch einen großen Zusammenstoß.
Wie lange dauert ein Jahr auf Uranus?
Ein Jahr auf Uranus dauert rund 84 Erdjahre.
Hat Uranus Ringe?
Ja. Uranus besitzt 13 bekannte Ringe. Sie sind dunkel, schmal und viel schwerer zu sehen als Saturns Ringe.
Wie viele Monde hat Uranus?
Uranus besitzt mindestens 28 bekannte Monde. Mit dem 2025 entdeckten kleinen Mond S/2025 U1 steigt die bekannte Zahl praktisch auf 29.
Kann man Uranus mit bloßem Auge sehen?
Unter sehr dunklem Himmel ist Uranus theoretisch gerade noch mit bloßem Auge sichtbar. In der Praxis ist ein Fernglas oder Teleskop deutlich hilfreicher.
Kurz zusammengefasst
- Uranus ist der siebte Planet von der Sonne aus.
- Er ist ein Eisriese, kein klassischer Gasriese.
- Seine blaugrüne Farbe entsteht durch Methan in der Atmosphäre.
- Ein Uranusjahr dauert rund 84 Erdjahre.
- Uranus rotiert stark gekippt, fast auf der Seite.
- Er besitzt 13 bekannte Ringe.
- Uranus hat mindestens 28 bekannte Monde, seit 2025 zusätzlich den Kandidaten S/2025 U1.
- Voyager 2 ist bisher die einzige Raumsonde, die Uranus aus der Nähe besucht hat.