Die Erde braucht ungefähr 365 Tage und 6 Stunden, um die Sonne einmal zu umrunden. Vereinfacht gesagt dauert ein Umlauf der Erde um die Sonne also etwa ein Jahr.
Ganz exakt ist es jedoch etwas komplizierter. In der Astronomie unterscheidet man verschiedene Jahresbegriffe, zum Beispiel das tropische Jahr und das siderische Jahr. Beide beschreiben eine Erdumrundung, beziehen sich aber auf unterschiedliche Bezugspunkte.
Wie lange dauert ein Jahr?
Ein sogenanntes tropisches Jahr, auch Sonnenjahr genannt, dauert etwa 365,24219 Tage. Das entspricht rund 365 Tagen, 5 Stunden und 49 Minuten.
Das tropische Jahr misst den Zeitraum zwischen zwei aufeinanderfolgenden Frühlings-Tagundnachtgleichen. Es ist besonders wichtig für unsere Jahreszeiten und damit auch für den Kalender.
Weil ein tropisches Jahr etwas länger ist als 365 Tage, braucht unser Kalender gelegentlich einen zusätzlichen Tag. Deshalb gibt es im gregorianischen Kalender Schaltjahre.
Warum gibt es Schaltjahre?
Würde jedes Kalenderjahr einfach nur 365 Tage haben, würde sich der Kalender langsam gegenüber den Jahreszeiten verschieben. Frühling, Sommer, Herbst und Winter würden nach und nach an anderen Kalendertagen beginnen.
Das Schaltjahr gleicht diese Abweichung aus. In der Regel hat deshalb jedes vierte Jahr einen zusätzlichen Tag: den 29. Februar. Dadurch bleibt der Kalender langfristig besser mit dem Umlauf der Erde um die Sonne verbunden.
Tropisches Jahr und siderisches Jahr
Neben dem tropischen Jahr gibt es das siderische Jahr, auch Sternenjahr genannt. Es dauert etwa 365,25636 Tage, also ungefähr 365 Tage, 6 Stunden und 9 Minuten.
Der Unterschied entsteht durch den Bezugspunkt: Das tropische Jahr richtet sich nach den Jahreszeiten beziehungsweise dem Frühlingspunkt. Das siderische Jahr betrachtet die Stellung der Erde auf ihrer Bahn in Bezug auf weit entfernte Sterne.
Für unseren Kalender und die Jahreszeiten ist vor allem das tropische Jahr entscheidend. Für astronomische Betrachtungen kann dagegen auch das siderische Jahr wichtig sein.
Warum entstehen die Jahreszeiten?
Die Jahreszeiten entstehen nicht, weil die Erde im Sommer viel näher an der Sonne wäre. Entscheidend ist die Neigung der Erdachse. Die Erdachse ist gegenüber der Umlaufbahn geneigt. Dadurch wird im Laufe eines Jahres mal die Nordhalbkugel und mal die Südhalbkugel stärker von der Sonne beschienen.
Wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist, steht die Sonne dort höher am Himmel und die Tage sind länger. Gleichzeitig ist auf der Südhalbkugel Winter. Ein halbes Jahr später ist es umgekehrt.
Wie schnell bewegt sich die Erde um die Sonne?
Die Erde legt auf ihrer Bahn um die Sonne eine gewaltige Strecke zurück. Im Durchschnitt bewegt sie sich mit knapp 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne. Das sind mehr als 100.000 Kilometer pro Stunde.
Davon merken wir im Alltag nichts, weil sich alles auf der Erde gemeinsam mitbewegt. Astronomisch betrachtet sind wir aber ständig mit hoher Geschwindigkeit unterwegs.
Ist die Erdbahn ein perfekter Kreis?
Die Erde bewegt sich nicht auf einer exakt kreisrunden Bahn um die Sonne, sondern auf einer leicht elliptischen Bahn. Dadurch ist sie der Sonne im Laufe eines Jahres mal etwas näher und mal etwas weiter entfernt.
Der Unterschied ist aber nicht der Hauptgrund für die Jahreszeiten. Entscheidend bleibt die Neigung der Erdachse. Die leicht elliptische Bahn beeinflusst jedoch unter anderem die genaue Entfernung zur Sonne und die Geschwindigkeit der Erde auf ihrer Umlaufbahn.
Was bedeutet das für die Beobachtung des Himmels?
Weil die Erde die Sonne umrundet, verändert sich im Laufe des Jahres auch der sichtbare Nachthimmel. Manche Sternbilder sind nur zu bestimmten Jahreszeiten gut sichtbar. Auch Planeten stehen je nach Stellung besser oder schlechter am Abend- oder Morgenhimmel.
Wer regelmäßig den Himmel beobachtet, merkt schnell: Der Sternenhimmel ist nicht jede Nacht gleich. Jahreszeit, Uhrzeit und Standort bestimmen, welche Objekte gerade sichtbar sind.
Von der Erde aus Sonne, Mond und Planeten beobachten
Die Erde ist unser Beobachtungsstandort im Sonnensystem. Von hier aus lassen sich Mond, Planeten, Sterne, Sternhaufen und viele weitere Himmelsobjekte beobachten. Besonders Mond, Jupiter und Saturn gehören zu den dankbarsten Zielen für Einsteiger.
Auch die Sonne lässt sich beobachten, allerdings nur mit geeigneter Schutztechnik. Niemals darf man ohne sicheren Sonnenfilter direkt in die Sonne schauen – weder mit bloßem Auge noch mit Fernglas oder Teleskop.
Wenn du selbst mit der Himmelsbeobachtung starten möchtest, findest du hier passende Übersichten:
- Teleskop-Empfehlungen für Einsteiger
- Linsenteleskope für Mond und Planeten
- Dobson-Teleskope im Überblick
- Sonnenteleskope und sichere Sonnenbeobachtung
Kurz zusammengefasst
- Die Erde braucht ungefähr 365 Tage und 6 Stunden für einen Umlauf um die Sonne.
- Ein tropisches Jahr dauert etwa 365,24219 Tage.
- Ein siderisches Jahr dauert etwa 365,25636 Tage.
- Schaltjahre sorgen dafür, dass Kalender und Jahreszeiten langfristig zusammenpassen.
- Die Jahreszeiten entstehen vor allem durch die Neigung der Erdachse.
- Durch den Umlauf der Erde verändert sich auch der sichtbare Sternenhimmel im Laufe des Jahres.
