Die Internationale Raumstation ISS braucht für eine Umrundung der Erde ungefähr 90 bis 92 Minuten. Sie bewegt sich in einer Höhe von rund 400 Kilometern über der Erde und ist dabei mit etwa 28.800 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Das bedeutet: Die ISS umrundet die Erde etwa 16-mal pro Tag. Die Astronautinnen und Astronauten an Bord erleben deshalb innerhalb von 24 Stunden viele Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge.
Wie schnell ist die ISS?
Die ISS bewegt sich mit ungefähr 28.800 Kilometern pro Stunde um die Erde. Das entspricht rund 7,8 Kilometern pro Sekunde. Diese hohe Geschwindigkeit ist nötig, damit die Raumstation nicht zur Erde zurückfällt, sondern dauerhaft um unseren Planeten kreist.
Obwohl die ISS ständig von der Erdanziehung angezogen wird, „fällt“ sie durch ihre hohe Vorwärtsgeschwindigkeit immer an der Erde vorbei. So entsteht ihre Umlaufbahn.
In welcher Höhe fliegt die ISS?
Die Umlaufbahn der ISS liegt ungefähr 400 Kilometer über der Erdoberfläche. Die genaue Höhe schwankt etwas, weil die Raumstation durch die dünnen äußeren Reste der Atmosphäre langsam abgebremst wird. Deshalb muss ihre Bahn gelegentlich wieder angehoben werden.
Die ISS befindet sich im niedrigen Erdorbit. Das ist der Bereich, in dem auch viele Satelliten die Erde umkreisen.
Wie oft umrundet die ISS die Erde pro Tag?
Da die ISS für eine Erdumrundung nur etwa 90 bis 92 Minuten benötigt, schafft sie ungefähr 16 Umläufe pro Tag. Aus Sicht der Besatzung wechseln Tag und Nacht dadurch viel schneller als auf der Erde.
Für Beobachter am Boden bedeutet das: Die ISS kann mehrmals pro Woche sichtbar sein, aber nicht bei jedem Überflug. Damit man sie sehen kann, müssen Standort, Uhrzeit, Sonnenstand und Flugbahn zusammenpassen.
Kann man die ISS von der Erde aus sehen?
Ja, die ISS kann man mit bloßem Auge sehen. Bei einem günstigen Überflug erscheint sie als heller, gleichmäßig wandernder Lichtpunkt am Himmel. Sie blinkt nicht wie ein Flugzeug und bewegt sich meist zügig über den Himmel.
Am besten sieht man die ISS kurz nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang. Dann ist es am Boden bereits dunkel, die Raumstation wird in ihrer Höhe aber noch von der Sonne beleuchtet.
Braucht man ein Teleskop für die ISS?
Für die normale Beobachtung der ISS braucht man kein Teleskop. Mit bloßem Auge ist sie bei guten Überflügen sehr gut zu erkennen. Ein Fernglas kann helfen, ist aber wegen der schnellen Bewegung nicht immer einfach zu nutzen.
Mit einem Teleskop ist die ISS zwar theoretisch beobachtbar, aber deutlich schwieriger als Mond oder Planeten. Sie bewegt sich sehr schnell über den Himmel und muss genau nachgeführt werden. Für Einsteiger ist deshalb der Mond ein viel besseres erstes Ziel.
Wenn du mit der Himmelsbeobachtung starten möchtest, findest du hier passende Einstiege:
- Teleskop-Empfehlungen für Einsteiger
- Linsenteleskope für Mond und Planeten
- Dobson-Teleskope im Überblick
ISS fotografieren
Die ISS lässt sich auch fotografieren. Für den Einstieg reicht oft schon eine Kamera oder ein Smartphone auf einem Stativ, wenn man einen hellen Überflug erwischt. Mit längerer Belichtungszeit erscheint die ISS dann als helle Spur am Himmel.
Wer die Raumstation als kleines Objekt mit Struktur fotografieren möchte, braucht deutlich mehr Erfahrung, eine lange Brennweite und eine sehr genaue Nachführung. Für viele Einsteiger ist es daher einfacher, zunächst Überflugspuren zu fotografieren.
Wie lange bleibt die ISS noch im All?
Die ISS ist seit dem Jahr 2000 dauerhaft bemannt. NASA plant, die Raumstation bis 2030 weiter zu nutzen. Danach soll sie kontrolliert aus der Umlaufbahn gebracht werden. Für den sicheren Deorbit hat NASA ein spezielles Deorbit-Fahrzeug bei SpaceX beauftragt.
Bis dahin bleibt die ISS eines der bekanntesten menschengemachten Objekte im Erdorbit und ein faszinierendes Ziel für Himmelsbeobachter.
Kurz zusammengefasst
- Die ISS braucht etwa 90 bis 92 Minuten für eine Erdumrundung.
- Sie umkreist die Erde ungefähr 16-mal pro Tag.
- Ihre Geschwindigkeit liegt bei rund 28.800 km/h.
- Die ISS fliegt in etwa 400 km Höhe.
- Bei günstigen Überflügen ist sie mit bloßem Auge sichtbar.
- Für Einsteiger sind Mond und Planeten mit Teleskop leichter zu beobachten als die schnell ziehende ISS.
