Wie viele Sterne es im Universum gibt, weiß niemand genau. Die Zahl ist so groß, dass sie nur grob geschätzt werden kann. Allein unsere Milchstraße enthält vermutlich mehr als 100 Milliarden Sterne, möglicherweise sogar einige hundert Milliarden.
Wer in einer mondlosen Nacht an einem wirklich dunklen Ort in den Himmel schaut, versteht sofort, warum diese Frage so faszinierend ist. Über uns leuchten unzählige Lichtpunkte. Doch was wir mit bloßem Auge sehen, ist nur ein winziger Bruchteil aller Sterne.
Wie viele Sterne sieht man mit bloßem Auge?
Mit bloßem Auge kann ein Mensch unter sehr guten Bedingungen einige Tausend Sterne sehen. Über die gesamte Himmelskugel verteilt sind es ungefähr 6.000 Sterne, die theoretisch ohne optische Hilfsmittel sichtbar sein können.
Von einem bestimmten Ort auf der Erde sieht man aber immer nur einen Teil davon. Außerdem stören Horizont, Wetter, Mondlicht und Lichtverschmutzung. In Städten bleiben deshalb oft nur wenige Dutzend oder einige Hundert Sterne sichtbar.
An dunklen Orten, etwa im Gebirge, auf dem Meer oder in einer Wüste, wirkt der Himmel dagegen viel voller. Dann kann auch das helle Band der Milchstraße sichtbar werden.
Wie viele Sterne hat die Milchstraße?
Unsere Milchstraße enthält sehr viele Sterne. Häufig wird grob von etwa 100 bis 400 Milliarden Sternen gesprochen.
Die genaue Zahl ist schwer zu bestimmen, weil wir uns innerhalb der Milchstraße befinden. Wir sehen unsere Galaxie also nicht von außen, sondern blicken aus ihrer Sternscheibe heraus.
Hinzu kommt: Viele Sterne sind sehr klein und lichtschwach. Besonders rote Zwergsterne sind schwer zu erfassen, können aber sehr häufig sein. Andere Bereiche der Milchstraße werden durch Staubwolken verdeckt.
Mehr dazu findest du im Artikel Wie viele Sterne hat die Milchstraße?.
Wie viele Sterne gibt es im Universum?
Die Gesamtzahl der Sterne im Universum lässt sich nicht exakt zählen. Astronomen können nur schätzen.
Dafür betrachtet man unter anderem, wie viele Galaxien es im beobachtbaren Universum gibt und wie viele Sterne eine typische Galaxie enthalten könnte. Schon diese beiden Werte sind mit Unsicherheiten verbunden.
Als grobe Größenordnung wird manchmal eine Zahl von bis zu etwa einer 1 mit 24 Nullen genannt. Das ist unvorstellbar viel. Wichtig ist aber: Es handelt sich nicht um eine exakt gezählte Zahl, sondern um eine sehr grobe astronomische Schätzung.
Warum kann man Sterne nicht einfach zählen?
Bei nahen und hellen Sternen funktioniert das Zählen noch vergleichsweise gut. Moderne Teleskope und Weltraummissionen können Position, Helligkeit, Farbe und Bewegung sehr vieler Sterne messen.
Doch je weiter man ins All blickt, desto schwieriger wird es. Viele Sterne sind zu schwach, zu weit entfernt oder liegen in Bereichen, die durch Gas und Staub verdeckt werden.
Außerdem sehen wir ferne Galaxien nicht so, wie sie heute sind, sondern so, wie sie vor Millionen oder Milliarden Jahren aussahen. Ihr Licht war sehr lange unterwegs. Deshalb ist die Frage nach der Gesamtzahl der Sterne immer auch eine Frage nach Beobachtungsgrenzen und Modellen.
Wie zählen Astronomen Sterne?
Astronomen zählen Sterne nicht einzeln im gesamten Universum. Stattdessen kombinieren sie Beobachtungen und Modelle.
In unserer eigenen Galaxie helfen Sternkataloge und Weltraummissionen wie Gaia. Sie vermessen Milliarden Objekte und liefern Daten zu Positionen, Entfernungen und Bewegungen.
Für ferne Galaxien wird häufig ihre Helligkeit, Masse und Sternentstehung untersucht. Daraus kann man abschätzen, wie viele Sterne ungefähr enthalten sein könnten.
Gibt es mehr Sterne oder Galaxien?
Es gibt viel mehr Sterne als Galaxien. Eine einzelne große Galaxie kann bereits Hunderte Milliarden Sterne enthalten.
Das Universum enthält wiederum sehr viele Galaxien. Manche sind riesig, andere sind kleine Zwerggalaxien mit deutlich weniger Sternen.
Mehr über Galaxien und ihre Typen findest du im Artikel Galaxien und Galaxientypen.
Sind alle Sterne wie unsere Sonne?
Nein. Sterne unterscheiden sich stark in Größe, Masse, Temperatur, Farbe und Lebensdauer.
Unsere Sonne ist ein gewöhnlicher Stern mittlerer Größe. Es gibt kleinere rote Zwergsterne, heiße blaue Sterne, Riesensterne, Überriesen und sehr alte Weiße Zwerge.
Die meisten Sterne sind deutlich lichtschwächer als die auffälligen hellen Sterne, die wir am Nachthimmel erkennen. Gerade deshalb sind viele Sterne schwer zu entdecken.
Warum sieht man trotz so vieler Sterne nachts dunklen Himmel?
Diese Frage ist als Olberssches Paradoxon bekannt. Wenn es unendlich viele Sterne in einem unendlich alten Universum gäbe, müsste der gesamte Nachthimmel eigentlich hell leuchten.
Das tut er aber nicht. Ein wichtiger Grund ist: Das Universum ist nicht unendlich alt, und Licht von sehr weit entfernten Bereichen konnte uns noch nicht erreichen.
Außerdem dehnt sich das Universum aus. Dadurch wird Licht sehr ferner Objekte gedehnt und abgeschwächt. Der dunkle Nachthimmel ist also ein Hinweis darauf, dass das Universum eine Geschichte und Entwicklung hat.
Kann man mit einem Teleskop viel mehr Sterne sehen?
Ja. Schon ein Fernglas zeigt deutlich mehr Sterne als das bloße Auge. Ein Teleskop sammelt noch mehr Licht und macht schwächere Sterne sichtbar.
Besonders eindrucksvoll ist das bei Sternhaufen oder beim Blick in das Band der Milchstraße. Was mit bloßem Auge wie ein nebliger Schimmer wirkt, zerfällt im Teleskop teilweise in viele einzelne Sterne.
Große Forschungsteleskope gehen noch viel weiter. Sie können nicht nur einzelne Sterne in unserer Galaxie untersuchen, sondern auch Sternpopulationen in anderen Galaxien erfassen.
Häufige Fragen zur Zahl der Sterne
Wie viele Sterne gibt es im Universum?
Die genaue Zahl ist unbekannt. Als sehr grobe Größenordnung wird manchmal bis zu etwa eine 1 mit 24 Nullen genannt. Exakt zählen kann man die Sterne im Universum aber nicht.
Wie viele Sterne hat die Milchstraße?
Die Milchstraße enthält vermutlich mehr als 100 Milliarden Sterne. Häufig werden grob etwa 100 bis 400 Milliarden Sterne genannt.
Wie viele Sterne sieht man mit bloßem Auge?
Über die gesamte Himmelskugel verteilt sind ungefähr 6.000 Sterne mit bloßem Auge sichtbar. Von einem einzelnen Standort sieht man davon immer nur einen Teil.
Warum sieht man in der Stadt so wenige Sterne?
In Städten hellt künstliches Licht den Himmel auf. Diese Lichtverschmutzung überstrahlt schwächere Sterne. Deshalb sieht man dort deutlich weniger Sterne als an dunklen Orten.
Ist die Sonne auch ein Stern?
Ja. Die Sonne ist ein Stern. Sie wirkt nur deshalb so hell und groß, weil sie der Erde viel näher ist als alle anderen Sterne.
Kurz zusammengefasst
- Die genaue Zahl aller Sterne im Universum ist unbekannt.
- Allein die Milchstraße enthält vermutlich mehr als 100 Milliarden Sterne.
- Mit bloßem Auge sind insgesamt ungefähr 6.000 Sterne sichtbar.
- Von einem bestimmten Ort sieht man immer nur einen Teil davon.
- Lichtverschmutzung reduziert die sichtbare Sternenzahl stark.
- Moderne Teleskope und Weltraummissionen erfassen Milliarden Sterne, aber längst nicht alle.
